Im Biergarten

Montag, Mai 22, 2017


Es ist ein sommerlicher Sonntagabend, draußen scheint wunderbar die Sonne, es ist nicht zu heiß, aber warm genug um sich im Freien aufzuhalten. Der Mann und ich entschließen uns einen ausgibigen Sparziergang mit unserem Hund zu machen und dann bei dem neuen griechischen Lokal einzukehren, das seit wenigen Tagen eröffnet hat und das einen herrlichen Blick auf den See bietet.
Wir sind gut gelaunt, die Sonne strahlt angenehm, eine leichte Briese weht. Nachdem unser Hund ausgepowert ist, steuern wir das Restaurant an und nehmen draußen an einem der Tische Platz, fast alle sind besetzt, nur wenige noch frei.

Mir fällt sofort auf, dass die Kellner überlastet sind, sie eilen hin und her, manchmal wirken sie überfordert. Sie verwechseln die Tische, lassen ein Getränk fallen, sie sind sichtlich gestresst.
Auch die Aufnahme unserer Bestellung dauert einige Zeit, dennoch ist die Bedienung stets höflich und freundlich. Als das Essen kommt, sind wir begeistert, es schmeckt hervorragend.
Während wir also unsere Speißen verköstigen und uns über das herrliche Wetter und die schöne Aussicht freuen, ereignet sich folgende Szene:

Mehr Mut zum Ich - Die Spuren unseres Lebens

Freitag, Mai 12, 2017


Die liebe Phinabelle hat zur Blogparade aufgerufen und ich möchte nach so vielen wunderbaren Beiträgen auch noch etwas beisteuern bevor die Dateline in einigen Tagen abläuft.

Oft verbinden wir mit Selbstliebe die Akzeptanz unseres Äußeren, das "Mit-sich-im-Einklang-sein", die kleinen Macken akzeptieren lernen, sich so nehmen wie man ist, die eigenen Vorzüge erkennen  und verehren.

Der Weg zur Selbstliebe ist lang und er ist steinig. Die meisten von uns kämpften Zeit ihres Lebens oder kämpfen noch immer mit ihren Dämonen. Ob die Figur, das Alter, ein subjektiv empfundener Mackel das Symptom ist, Ursache ist immer ein zu geringes Selbstwertgefühl. 

Die Angst vor der Abweisung und Ausgrenzung, verletzt, gebrochen von der Umwelt, ja von unseren Mitmenschen. Es sind oft die, die uns umgeben, die uns ein ungutes Gefühl geben. Eine unachtsame Bemerkung, ein böses Wort, es lässt sich steigern bis ins Mobbing. 

Manchmal passieren aber solche Verletzungen gar nicht mit Absicht. Manchmal verstehen wir einfach alles falsch, weil wir einen schlechten Tag haben und uns unwohl fühlen. Dann können  kleine Gesten oder unbedeutende Worte viel schlimmes anrichten schon von Anbeginn der Kindheit an.
Unsicherheit macht uns sehr verletzlich. Woher soll aber denn die Sicherheit kommen, wenn nicht durch Erfahrungen, die uns bestärken, dass wir gut sind in dem was wir tun, so wie wir sind? Selbstliebe muss man lernen, sie wurde uns nicht in die Wiege gelegt. 

Von Müttern und Töchtern - von Liebe und Schmerz

Freitag, April 28, 2017


Langsam nährt sich der Muttertag und meine Gedanken kreisen oft um den letzten, den ich vergangenes Jahr mit meiner Mutter erleben durfte. Damals als ich ihr diesen Artikel widmete,  ahnte keiner von uns, dass uns noch so wenig Zeit bleiben würde. Dennoch bin ich irgendwie auch dankbar, dass ihr Tod bis kurz vor ihrem Ableben nicht vorhersehbar war. 

Nun bin ich selbst Mutter und alles hat sich verändert. Die Mutterschaft ist eine Urgewalt, die einen erschlagen kann. Man kann nicht mehr in das vorherige Leben zurück und man wird so viel verletzlicher auf der einen und doch so viel stärker auf der anderen Seite. 

Es ist verrückt, aber durch die Geburt wurde ich mir meiner eigenen Sterblichkeit bewusst: Man rückt die Lebensleiter nach oben und ersetzt Stück für Stück die ältere Generation, zu der man selbst wird, während die vertrauten und lieben Menschen um uns herum früher oder später wegbrechen. Meine Mutter wurde Großmutter, ich selbst wurde Mutter und verließ diese privilegierte Ausschließlichkeitsrolle der Tochter zu einer so viel verantwortungsvolleren Aufgabe. Mutter sein, kann man das? Lernt man das? Ist es in uns verankert? 

Schattenseiten

Dienstag, April 11, 2017


Studieren mit Kind ist kein einfaches Unterfangen. Es ist ein Spagat zwischen Alltag, Verpflichtungen, Zielen, Bedürfnissen und Träumen. Und zwar für jeden einzelnen von uns. Meinem Kind, uns als Familie und uns als Paar gerecht zu werden, mich selbst dabei nicht zu vergessen, das ist manchmal wie ein Tanz auf einem Drahtseil. 

Es spielt dabei keine Rolle, wie alt man ist. Sobald man Verantwortung trägt, relativieren sich die Dinge. Alles erscheint weniger bedeutsam im Hinblick auf die wahren Werte. 

Ich bin gelassener was Zensuren angeht, mein Bestreben ist nicht mehr Bestleistungen zu erreichen. Warum sollte es das auch sein? Es gibt für mich nun so viel wichtigeres, da ist eine Note doch nur eine kleine Randnotiz. Andererseits merke ich, dass es unheimich viel Kraft kostet, sich erneut auf dieses Leistungsniveau einzulassen. Sobald man zuhause die Tür hinter sich schließt, ist man nicht mehr Studentin, dann ist man wieder Mama. Mit Leib und Seele. Man tröstet und kuschelt, man trockent Tränen, man lacht und tobt, spielt und schimpft. Dann kann man es vergessen, nocheinmal ein Buch in die Hand zu nehmen und zu glauben, man könnte sich konzentrieren, während die eigene Tochter die volle Aufmerksamkeit fordert, die ihr ja auch zusteht.

Die Lüge von Inklusion an unseren Schulen - Wie Kinder (und natürlich auch Erwachsene!) mit unsichtbaren Behinderungen tagtäglich diskriminiert werden

Sonntag, April 02, 2017


Christine erlebt mit ihren drei Kindern jeden Tag am eigenen Leib wie undurchdacht Inklusion eigentlich ist. Ein schönes Konzept, das toll klingt, aber viele Defizite aufweist. Mit ihrem Text möchte Christine diese Misstände benennen und sensibilisieren für ein so wichtiges Thema. Denn Inklusion darf nicht einfach nur nett klingen, es muss vor allem auch gelebt werden.
 

Wie Kinder (und natürlich auch Erwachsene!) mit unsichtbaren Behinderungen tagtäglich diskriminiert werden


Inklusion wird in unserem Lande groß geschrieben. Förderschulen sollen abgeschafft werden, damit alle behinderten Menschen endlich in der Mitte der Gesellschaft sein können.

Die Theorie ist ja soweit ganz schön, denn natürlich sollen Menschen mit Behinderungen nicht am Rande unserer Gesellschaft stehen, sondern haben genau dieselben Rechte wie wir. Doch in der Praxis sieht es anders aus.

Besonders übel stößt mir der Umgang mit Menschen auf, die eine sogenannte unsichtbare Behinderung haben.

‚Ach es könnte doch viel schlimmer sein. Immerhin sieht man deinem Kind nicht an, dass es behindert ist‘ bekommt man häufig zu hören. An diesem Satz stören mich eigentlich gleich mehrere Dinge.

1.       Warum wäre es denn schlimm, wenn man einem Menschen ANSIEHT, dass er behindert ist? Und

2. Warum glaubt ihr denn, dass es für den behinderten Menschen besser ist, wenn man ihm diese Beeinträchtigung nicht ansieht?

Aber was ist denn eigentlich eine ‚unsichtbare Behinderung‘? Und warum rege ich mich so über den Umgang mit ‚unsichtbar‘ behinderten Menschen auf?