Angst

Sonntag, November 06, 2016


Es ist ein sonniger Tag, als du plötzlich über starke Schmerzen klagst. „Es wird schon nichts schlimmes sein“, beschwichtigst du mich, damit ich mir keine Sorgen mache. Ich glaube dir zunächst, merke aber bald, dass etwas nicht stimmt. Du wirkst blass und mitgenommen, sehr schwach mit schmerzerfülltem Gesicht. Ich rufe den Krankenwagen. 

Fahre hinterher, begleite dich wie so oft mit der Angst im Nacken. Not-Operation. Ich gebe mir dir größte Mühe ruhig zu bleiben. Ich mache mir selbst Mut, versuche beruhigend auf mich einzuwirken, meine Gedanken ins Positive zu lenken. "Alles wird gut", sage ich mir immer und immer wieder. Aber die Lage ist ernst.
Die Ärzte müssen erneut eingreifen, dir einen weiteren Schnitt setzten.

Ich ringe um Fassung, versuche stark zu sein. Aber ich bin es nicht. Ich tue nur so. Dein Zustand verschlechtert sich.

Neuanfang

Montag, Oktober 24, 2016


Vor einigen Tagen saß ich im Auto und im Radio lief der neue Song von Clueso: Neuanfang.
Er beschreibt ziemlich genau einen Abschnitt meines Lebens, in dem ich mich gerade befinde. Ich fange von vorne an. Seit Monaten gärt dieser Gedanke in meinem Kopf, in meinem Bauch, meinem Leben eine neue Richtung zu geben. 
Kann ich in meinem Alter wirklich wieder von vorne beginnen? Kann ich das mit meiner Familie vereinbaren? Und werde ich es überhaupt schaffen? Was werden die anderen sagen? Wie werden sie urteilen, wenn ich auf dem neuen Weg merke, dass er doch nicht der richtige ist? Gleicht es dann einem Scheitern?  Kann ich mir das als Mutter überhaupt leisten? Darf ich an mich denken? Nur an mich? 

Seit Monaten beschäftigen mich diese Gedanken  und treiben mich um. Und dann nach langen Überlegungen und vielen Gesprächen, war klar: "Ja, ich wage es!" . Ich gehe erneut einen langen und steinigen Weg, der aber meiner ist. 

Urlaub mal anders - Andekdoten aus dem Familienbett

Donnerstag, Oktober 20, 2016



Wie ich in mehreren Beiträgen (hier und hier) bereits geschrieben habe, bin ich kein großer Fan vom Familienbett. Die Nächte in denen ich unsere Kleine zum Stillen von ihrem Stubenwagen zu uns in Bett holte, waren geprägt von Nacken-und Rückenschmerzen, ich fand keine bequeme Einschlafposition mehr sobald sich unsere Kleine in unserer Bettmitte befand. 

Aus diesem Grund haben wir unsere Tochter recht schnell mit ca. 6 Monaten an ihr eigenes Bett gewöhnt und in ihr Kinderzimmer ausgelagert was per se auch kein Problem darstellte. Sie ist zwar immer noch keine gute Einschlafkandidatin aber wenn sie erstmal schläft, dann  schlummert sie selig die ganze Nacht ohne dass sie nach mir ruft. Die Nächte schläft sie zumeist durch (ein großes Glück, für das ich sehr, sehr dankbar bin).

Natürlich kuschle ich sehr gerne mit ihr und ich tue das auch viel lieber als sie das mit mir tut. Sie ist zwar sehr anhänglich, aber kuscheln im Bett war auch noch nie so ihrs. Und das zu keiner Tageszeit. 

Nun waren wir letzte Woche in Italien um einige Behördengänge zu tätigen und in diesem Zuge auch meine Familie zu besuchen. Wir hielten es für unnötig das Kinderreisebett über die Alpen zu schleppen, auch mit der Befürchtung, unsere Tochter würde darin sowieso nicht schlafen. Eine Woche Familienbett, das wird doch nicht so schlimm sein! Verdrängt waren die Erfahrungen aus ihrem Babyzeitalter.

Die Sprachexplosion: Familienmoment Nr. 15

Mittwoch, September 14, 2016


Bei unserem Familienmoment in dieser Woche handelt es sich eigentlich um einen Entwicklungssprung, der nun seit einigen Wochen Einzug gehalten hat und unaufhaltsam weiter seinen Lauf nimmt. Unser kleines Mäusekind hat auf einem Schlag die Sprache für sich entdeckt und immer neue Wörter sprudeln aus ihr hervor.

Liebe, Frust und Leiden-schaft – Die etwas andere Rezension mit Verlosung! #Calendergirl

Mittwoch, September 07, 2016


Enthusiasmus ist ein Gefühl, das mir aus ferner Zeit noch in Erinnerung ist. Kennt Ihr das, wenn man für etwas brennt, Feuer gefangen hat, voller Elan und Tatendrang von einer Sache eingenommen wird? Man Tag und Nacht, jede freie Minute für seine neue Leidenschaft investieren möchte? Wenn man ein Buch gelesen hat, dessen Geschichte einem nicht mehr los lässt, und traurig ist, wenn sie aus ist und man die letzte Seite umgeschlagen hat? Oder einen Film gesehen hat, der einen in fremde Welten entführt hat, den man am liebsten gleich nochmal sehen würde?

Ich gebe zu, es ist lange, lange her. Kein Buch hat mich von Hocker gerissen, kein Film mich träumen lassen. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass ich dazu irgendwie nicht mehr gekommen bin, seit unsere Tochter auf der Welt ist. Es kann aber daran liegen, dass der Umstand, dass sie sehr viel Zeit beansprucht auch prima als Vorwand genommen werden kann, Ausreden und Ausflüchte zu finden, anstatt sich auf Dinge zu besinnen, die man wirklich gerne macht. Denn auch für diese Dinge braucht man ja Muße, muss in Stimmung kommen und abschalten um sich darauf einstimmen zu können. 

Null Bock auf komplexe Themen, keine Lust auf schwere Kost, ja, Mama, alias ich, dachte, sie greift mal zu seichter Lektüre. Ich gebe zu, der Supermarkt um die Ecke ist vielleicht nicht die erste Adresse für literarische Kunstwerke, aber das bunt fröhlich gestaltete Layout des Buches sprach mich an. Jawohl! Diesmal ging ich nach der Optik. Der Klappentext klang seicht, Calender Girl, attraktives Mädchen braucht viel Geld und wird Escortgirl, aber ein gutes natürlich, keine Schmudelleküre, Romantik pur.