Willkommen in der Mama-Papa-Realität

Samstag, Januar 21, 2017


Ihr Lieben, machen wir uns nichts vor, es ändert sich so einiges, sobald man im Beziehungsalltag angekommen ist und natürlich nochmal massiv, nachdem man Eltern wird. Beatrice Confuss und Nina von Du und Dein Kind haben das sehr schön geschrieben, was keiner wirklich ausspricht, aber viele Paare mitmachen. Als frische gebackene Familie wird der ganze Alltag auf den Kopf gestellt, alles dreht sich um den Neuankömmling und das Paar wird nun zur Familie. Eine ganz neue Konstellation, in der jeder seinen Platz finden und sich in seine neue Rolle mit vielen neuen Aufgaben hineinfinden muss. Es herrschen Unstimmigkeiten, Streit, manchmal Unverständnis, körperliche Nähe findet erstmal gar nicht mehr statt. 

Was war Sex überhaupt nochmal? Will man das überhaupt je wieder praktizieren, wenn das Ergebnis einen dann Tag und Nacht auf Trab hält??? NIE WIEDER SEX: VOLLKOMMEN ÜBERBEWERTET. Nein, kleiner Spaß am Rande, ihr wisst aber bestimmt, was ich meine.  Der Alltag holt die Romantik eben irgendwie ein. 

Unialltag – ein Update

Dienstag, Januar 17, 2017




In letzter Zeit komme ich nicht so regelmäßig zum Schreiben wie ich es gerne würde, denn es gibt immer viel zu tun und die Tage sind ziemlich vollgepackt. 

Der Verlust meiner Mama hat mich komplett aus der Bahn geworfen, und auch noch heute, keine drei Monate danach, bin ich immer noch sehr traurig und es kommt mir bisweilen surreal vor, dass sie nicht mehr da ist. 

Nach ihrem Tod habe ich jedoch weiter die Vorlesungen und Seminare besucht, mich zu beschäftigen hat mich abgelenkt von meinen trüben Gedanken und ich hatte nicht viel Zeit mich dem Schmerz hinzugeben. Gegen den Rat meines Mannes, habe ich weitergemacht als ob nichts wäre, habe mir keine Pause gegönnt und das hat sich, wie sollte es auch anders sein, erst einmal gerächt. Ich war über die Weihnachtsferien ziemlich krank und ausgelaugt, hatte Magen-Darm und eine böse Blasenentzündung, die hartnäckig allen Antibiotika getrotzt hat. Nun habe ich zum Glück alles wieder im Griff und habe für mich beschlossen, alles etwas mit mehr Ruhe anzugehen. 

Eines Tages werden wir alt sein - Das Streben nach Glück

Montag, Januar 02, 2017




Das neue Jahr ist angebrochen, neue Ziele, neue Herausforderungen, neue Aufgaben und unerwartete Situationen werden auf uns warten und uns vor neuen Entscheidungen und vor neuen Weggabelungen stellen. Wir nehmen uns viel vor, haben Pläne, Ziele, Dinge und Situationen, die wir ändern und bewältigen wollen, schönes, das es zu leben und zu ergründen lohnt, aber auch Ungewisses, das uns Angst macht und uns lähmt. Wir tauschen uns Glückwünsche aus, dass alle unsere Begehren und Erwartungen in Erfüllung gehen, dass wir den richtigen Weg einschlagen mögen, die richtige Entscheidung treffen, unsere Pläne verwirklichen können. 

Wunschlos glücklich zu sein, ist bei all dieser neujährlichen Anbruchsstimmung jedoch nicht mein Ziel. Ich bin nicht wunschlos glücklich, niemals werde ich das sein. Klingt das traurig und hoffnungslos? Für mich nicht, denn ist es nicht die Sehnsucht, das Feuer, das uns antreibt? Uns nach Größerem streben lässt, uns über uns hinauswachsen und uns zu Bestleistungen antreibt, es ist die Flamme des Lebens, die uns anspornt. Glück ist oft nur der Moment, ein Lächeln, eine Umarmung, ein verschwörerischer Blick, eine flüchtige Berührung, ein leidenschaftlicher Kuss. 

Wer zuletzt lacht - ein #Rant

Mittwoch, Dezember 14, 2016




Im Moment werde ich von Vielen müde belächelt. „Die studiert wieder?“ „Was will die in ihrem Alter denn?“ „Und überhaupt, die schafft doch die Verbeamtung doch nie.“ „Das sind doch nur Luftschlösser und außerdem ist das doch am Ende eh alles für die Katz.“ „Die soll sich doch mal lieber auf ihre Familie konzentrieren und sich um ihr Kind kümmern.“ „Die schafft das doch eh nicht und bricht das wieder ab.“ „Können die sich das überhaupt leisten, wenn die jetzt studiert?“ "Das arme Kind muss ganztags in den Kindergarten - unfassbar."
Diese und noch ganz andere Kommentare werden hinter meinem Rücken losgelassen. Natürlich nie direkt ins Gesicht, das traut sich nämlich niemand. Ganz im Gegenteil von den gleichen Personen hörte ich Aussagen wie: „Das finden wir super, dass du es nochmal wagst und weitermachst trotz deines schrecklichen Verlustes.“

Ganz ehrlich, so viel Verlogenheit ist wirklich unfassbar und eigentlich ein Armutszeugnis für diese Personen. Es geht doch im Grunde außer meiner Familie und mir niemanden etwas an, was ich tue und wie ich mein Leben gestalte. Wir drei müssen mit uns im Reinen sein. Das ist alles was zählt.

Trauer - und das Leben danach

Samstag, Dezember 10, 2016





Seit gestern vor genau vier Wochen habe ich keine Mama mehr. Ich wandle durch meinen Alltag, bin in meinem Herzen zwar immer noch Tochter, aber fühle mich nicht vollständig, bin nicht ganz, treibe im luftleeren Raum. 

Es war ein schwarzer Tag, der 9. November, ein Tag, der mich niemals wieder mehr loslassen wird. Ein Tag, der so dunkel war, so voller Schmerz, so voller Trauer, so voller Unfassbarkeit. 

Ich war da, als du gingst. Der Anruf aus dem Krankenhaus kam um 6 Uhr in der Früh. Als ob mein Unterbewusstsein es geahnt hätte, war ich bereits seit 5 Uhr wach. 

Ich fuhr gleich los, setzte mich an dein Bett, hielt deine Hand, weinte, betete für dich. Ich streichelte deinen Kopf und umarmte dich, konnte und wollte mir niemals vorstellen, dass dies die letzten Stunden sein würden, die mir mit dir gewährt sein sollten. Ich habe viele Tränen geweint. Als du gingst und all die Wochen danach. Ich glaube, du hast gespürt, dass du nicht alleine warst, Mama, dass ich bei dir war, in deiner und auch in meiner schwersten Stunde.