Die kleine Suche nach dem Glück

Donnerstag, Juli 30, 2015


Mit dem Alter wird man vernünftiger und besonnener. Man ist geerdet, wer Glück hat, ist endlich angekommen, nicht mehr rastlos auf der Suche nach dem ganz, ganz großen Glück. Im besten Fall, weil er es schon gefunden hat, im schlechtesten, weil er resigniert und sich abgefunden hat. Letzteres ist traurig. Denn das Leben ist so facettenreich und hat noch so viel zu bieten.
Natürlich leben wir nicht das Partyleben aus unseren 20ern. Wir gleiten nicht mehr in den Tag hinein, von Party zu Party, von Abenteuer zu Abenteuer. Nein, ab einem gewissen Alter übt diese Art Leben wenig Reiz aus. Denn die Verpflichtungen des Alltags nehmen immer mehr zu. So viele nie zu enden scheinende To-Do-Listen, die abgearbeitet werden müssen. Das kann bedrücken. So sehr, dass man die kleinen Dinge übersieht und sich im Labyrinth des Alltäglichen verliert.


Dabei gibt es so viel Schönes, was das Leben lebenswert macht. Kleine Gesten, die die zwischenmenschlichen Beziehungen am Leben erhalten. Seien es Freundschaften oder die eigene Partnerschaft. Denn diese Momente helfen uns über die schwerfälligen hinweg. Es sind die kleinen Freundlichkeiten, die unser Herz berühren. Die Augenblicke des Einhaltens: Ein Frühstück im Bett, die Vertrautheit mit dem Partner oder einfach das Schwätzchen mit der besten Freundin, holen uns doch aus dem Trott heraus und erhellen uns den Tag! Sie lassen uns zur Ruhe kommen und wieder zu uns finden. Ein schönes Buch, von dem man lange zehrt oder einfach nur die Klatschzeitschrift mit einer Tasse Kaffee. Oder ein Lied, dass sofort Gute Laune zaubert.

Heute habe ich mich sehr gefreut. Ich musste ein großes Paket zur Post bringen. Normalerweise kein Problem, doch mit Baby im Maxicosi im Schlepptau ein Wagnis. Nachdem ich vor der Postfiliale geparkt hatte, sprach ich zwei vorbeigehende etwa 20jährige junge Männer auf der anderen Straßenseite an, und bat sie, ob sie mir denn helfen könnten, das Paket hineinzutragen, da ich das alleine mit Kind nicht schaffen würde. Die zwei waren unerwartet zuvorkommend und hilfsbereit. Sie strahlten mich an und bugsten das Ungetüm mit einer Selbstverständlichkeit aus dem Kofferraum bis in die Filiale. Es hätte genügt, wenn sie es mir auf den Boden abgestellt hätten, aber sie warteten mit mir und hieften es auf die Postwaage. Das hat mich glücklich gemacht. Eine kleine Geste, die mir heute den ganzen Tag ein Lächeln auf die Lippen gezaubert hat. Das war nett und hilfsbereit. Und sie haben es gerne getan. Das begegent so selten. Und es kostet eigentlich nicht viel, jemandem eine kleine Freude zu bereiten.

In diesem Sinne, achtet auf die kleinen Dinge und seid lieb zueinander :-)
Habt einen schönen Abend, im besten Falle mit einem guten Buch und einem guten Glas Wein!

Alles Liebe
Anna




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