Throwback friday: Das zweite Trimester der Schwangerschaft

Freitag, September 25, 2015



Das zweite Trimester der Schwangerschaft habe ich als sehr schön in Erinnerung. Die Schwangerschaft war nun "offiziell" und bei jedem Untersuchungstermin fieberte ich neuen Aufnahmen unserer Tochter entgegen. Mein Bauch zeichnete sich immer deutlicher ab, bis er schließich nicht mehr zu übersehen war.
 

Die Partnerschaft/ Das Umfeld

Unsere ohnehin schon sehr enge Bindung in der Partnerschaft wurde durch die Schwangerschaft noch intensiver. Ich kann das irgendwie schwer erklären, aber es war so als wäre unser bisheriges Glück vollendet worden. Zuvor hätte ich nicht gedacht, dass ein Kind unsere Beziehung noch mehr festigen könnte. 

Wir freuten uns so sehr, und malten uns aus wie unser Baby wohl werden würde, welche Persönlichkeit dieser kleine Mensch entwickeln würde. Wir fingen an nach Babysachen Auschau zu halten und Anfang Dezember kaufte der Papa unserer Maus ihre erste Spieluhr, die ich von nun an täglich an den Bauch hielt. 

Wir genossen viel mehr unser Leben, blendeten alltägliche Lästigkeiten so gut es ging aus und hatten soviel Qualitytime wie Frischverliebte. Ganz bewusst genossen wir die schönen Dinge. Eigentlich sollte man sich öfters diese kleinen Auszeiten gönnen, denn sie sind Balsam für die Seele. 

Auch unser Freundeskreis freute sich sehr mit uns. Als Nachzügler in der Runde, konnte ich auf reichliche Hilfestellung zurückgreifen. Meine Freundinnen hatten viele Ratschläge und Tipps für mich und ich habe sie bestimmt Löcher in den Bauch gefragt. Den Austausch mit ihnen entfand ich als unglaubliche Bereicherung, das tat mir sehr gut. 

Und auch hier hatte ich das Gefühl, dass die Schwangerschaft unsere freundschaftliche Beziehung vertiefte, vielleicht, weil nun noch eine weitere sehr wichtige Gemeinsamkeit hinzugekommen war
Der Körper

Die kleine Kugel wuchs und wuchs bis sie sich sehr stattlich präsentierte. Ich war mächtig stolz darauf. Es gibt ja viele Frauen, die die körperlichen Veränderungen, die eine Schwangerschaft mit sich führt, nicht mögen; ich liebte diesen Zustand. Natürlich habe ich auch sehr viel Glück gehabt, denn ich war fast beschwerdefrei: Keine Wasseransammlungen, keine Schwangerschaftsdiabetes etc. Meine Werte waren sehr gut. Allein der Eisenwert sank in den Keller (das Baby holt sich alles was es braucht von der Mama), so dass ich zusätzlich Eisentabletten nehmen musste. 

Im zweiten Trimester war ich fit wie ein Turnschuh: Die Müdigkeit war wie weggeblasen, die Verdauungsstörungen verfolgen. Ich konnte vieles genießen und freute mich sehr auf schicke Umstandsmode.  

Gegen Ende des zweiten Trimesters hingegen ging mir allerdings buchstäblich die Puste aus: Nach der Überwindung des Treppenhauses schnaufte ich wie ein Walross. Das steigerte sich dann im dritten Trimeseter um ein Vielfaches. Aber dazu ein andermal ;-).

Auch kulinarisch entwickelte ich sonderbare Vorlieben: Weißwürste wurden zu meiner Lieblingsspeiße. Salami habe ich hingegen schmerzlich vermisst. Wie froh war ich, als ich nach der Geburt wieder zu rohen Wurstwaren greifen durfte!

Die Psyche

Mein Gemütszustand war sehr viel ausgelichener als im ersten Drittel. Keine Auf und Abs, das war auch für meine Mitmenschen sehr viel angenehmer. Allerdings wurde ich nachdenklicher. Ich befasste mich mit Fragen, ob ich eine gute Mutter sein würde, ob ich meinem Baby den bestmöglichen Start ins Leben ermöglichen könne. 
Im Nachhinein kann ich sagen, dass diese Bedenken nach der Geburt sofort verflogen waren. Die uneingeschränkte Zuneigung seiner Mutter, das ist das wichtigste für das Kind. Und diese ist vorhanden. 
Es ist verrückt, aber diese unendliche, bedingungslose Liebe war plötzlich da! Einfach so. Die Natur hat das schon ganz klug eingerichtet.  

Oft habe ich von Müttern gelesen, die sich nicht als das "Muttertier" sehen, die alles dem Kindeswohl unterordnen, weil sie noch ein eigenes Leben haben (wollen). Es ist nun mal so, dass ein Kind das Leben komplett auf den Kopf stellt. Die Prioritäten ändern sich automatisch, wäre ja schlimm, wenn dies nicht so wäre. Die bewusste Entscheidung für ein Kind bedeutet aber auch, dass man Veränderungen in Kauf nehmen muss. Seien es körperliche, gesellschaftliche, finanzielle. Alles in Allem kann man aber alles bewältigen, auch wenn manchmal Abstriche nötig sind.  Ich empfinde vieles nicht als Verzicht. Mein Leben war eigentlich noch nie besser. 

So, jetzt bin ich vom Thema abgekommen...Zeit Gute Nacht zu sagen!

In diesem Sinne, habt einen feinen und entspannten Start ins Wochenende!

Alles Liebe
               Anna

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