Und täglich grüßt das Murmeltier

Dienstag, September 15, 2015

Es gibt sie diese Tage, an denen so gar nichts richtig gelingen mag. Als wäre der Wurm dirn. Kein einziges Highlight, eher eine Aneinanderreihung von Pleiten, Pech und Pannen. Am liebsten würde man den Tag im Schnelldurchlauf vorspulen, damit die Misere ein Ende hat.  Oder es geschieht etwas, was einem wirklich den Tag vermiest, diese EINE Auseinandersetzung, das EINE suffisante Wort, die EINE patzige Bemerkung. Ungeachtet dessen, ob nur eine Folge oder nur eine einzige unerwartete Unanehmlichkeit unseren Gemütszustand zum Kippen bringt, ärgerlich ist es allemal. Ich hasse solche Tage. Leider gehöre ich nicht zur Sorte, die schnell alles ad acta legt und zur Tagesordnung übergeht. Ich muss erstmal Dampf ablassen. Runterkommen. Das kann dauern. 

Dann gibt es da aber auch die Schicksalsschläge. Die einem den Boden unter den Füßen wegreisen im freien Fall. Von denen man glaubt, sie niemals überwinden zu können, weil der Aufprall zu gewaltig ist. Ich wünsche diese Erfahrung niemanden. Nicht meinem ärgsten Feind. Und dennoch habe ich sie erlebt und bin jeden Morgen aufgestanden, habe den Tag überwunden, bin erschöpft am Abend ins Bett gefallen. Und wieder aufgestanden, jeden Tag von neuem bis irgendwann der Schmerz dumpfer wurde. Bis ich plötzlich wieder zuerst Lächeln, dann wieder Lachen konnte. 

Diese schlimme Zeit hat mich Demut gelehrt, vor dem Leben, vor den Menschen, die mir nahe stehen. Ohne Ihre Hilfe, hätte ich das alles nicht geschafft. Es hat mir die Augen geöffnet, dass die kleinen Alltagsmiseren, nichtig sind. Ich gebe zu, ich ärgere mich immer noch, aber lange nicht mehr so sehr und intensiv wie früher. 

Ich öffne meine Augen und sehe mein Leben, wie gesegnet ich bin: Mit meiner großen Liebe, meiner wunderbaren Tochter, den lieben Menschen um mich herum, die mir Halt geben und mein Leben bereichern. Dafür bin ich dankbar. Sie sind der Kraftstoff, die meinen Motor am Laufen halten. Sie haben mir gezeigt, dass es nicht relevant ist, welcher Idiot gerade seinen Frust ablässt, wer dünner, schöner, reicher, erfolgreicher ist. Das ist alles unwichtig. Die Sonne im Herzen kann einem keine Kleidergröße, kein Auto und auch nicht die Karriereleiter schenken. 

Dummes Geschwätz überhöre ich so gut ich kann; oft empfinde ich großes Mitleid für diese große Oberflächlichkeit, die mir so oft begegnet. Ich weiß, dass mein Leben tief ist. Facettenreich. In den Augen anderer nicht perfekt, für mich jedoch genau richtig. Dafür möchte ich Danke sagen und jeden Moment davon festhalten so lange ich kann. 

Alles Liebe
Anna

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