Throwback-Friday: Das dritte Trimester der Schwangerschaft

Freitag, November 13, 2015

Das letzte Trimester der Schwangerschaft empfand ich als sehr anstrengend und kräftezehrend. Vor allem das letzte Drittel davon wurde ich von vielen Zipperlein geplagt.

Die Partnerschaft/ Das Umfeld

Der Bauch wurde immer größer und am Ende schien er fast zu explodieren. Meine Schwangerschaft war nun wirklich nicht mehr zu verleugnen und man sah ganz deutlich, dass ich kurz vor der Niederkunft stand.
Mein Mann und ich freuten uns auf die Geburt und konnten es kaum erwarten, dass die kleine Maus endlich auf die Welt kommen würde, um sie mit in unser Zuhause zu nehmen.
Das Kinderzimmer stellten wir erst im letzten Drittel fertig, auch wenn ich wenig dazu beitragen konnte, weil ich körperlich einfach nicht mehr sehr mobil war. Aber für meine Deko-Orgien reichte meine Energie allemal ;-).
Aufgrund meiner permanenten Müdigkeit und Erschöpfung zogen wir uns nun mehr aus der Öffentlichkeit zurück und verbrachten unsere Abende gemütlich auf dem Sofa. 

Der Körper

Die letzte Phase war für mich die schlimmste. Mein Bauch sprengte wirklich jegliches Maß. Trat ich die Tür herein, sah man quasi zuerst meinen Bauch und dann kam erst ich ;-).
Aufgrund meiner zunehmenden Unbeweglichkeit musste ich vieles an meinen Mann delegieren. Die Treppen schaffte ich nur mit Ach und Krach und ich schnaubte dabei wie ein Walross.
Auch mein Gang sah komisch aus, ich watschelte wie eine Ente. Lange ausgedehnte Spaziergänge mit unserem Hund waren mir nicht mehr möglich.
Der große Bauch verursachte mir üble Rückenschmerzen, so dass ich weder im Liegen noch im Sitzen Erleichterung fand. Auch an Schlaf war kaum noch zu denken, der Bauch beeinträchtigte meine Bewegungsfreiheit. Erschöpfung und Dauermüdigkeit wurden meine ständigen Begleiter.
Das Baby drückte überdies auch auf den Magen, so dass ich auch eines meiner Lieblingsbeschäftigungen, nämlich Essen, nur noch eingeschränkt zelebrieren konnte.
Nach jeder Mahlzeit und jeder Nascherei fühlte ich mich als hätte ich ein sieben Gänge Menu verspeißt. Gekrönt wurde dieses Vergnügen mit Sodbrennen. 
Nein, diese Zeit vermisse ich ganz gewiss nicht.

Die Psyche

Ich war sehr zwiegespalten. Die Freude auf mein Baby war gepaart mit den körperlichen Beschwerden, die in mir oft den Wunsch aufkeimen liesen, die Geburt möge rasch eintreten, um Mama ihren beschwerdefreien Körper wiederzugeben.
Auf der anderen Seite hatte ich aufgrund von sehr starkem persönlichen Stress von den Ärzten prophezeit bekommen, dass die Maus früher zu kommen drohte. Blutungen und Vorwehen waren Vorzeichen dafür.
Das machte mir widerum Angst. Ich wollte, dass sie so lange wie möglich geschützt in meinem Bauch verbringen würde und hatte große Sorgen und Ängste vor einer Frühgeburt. Ich redete immer wieder mit ihr, streichelte meine Kugel und pflichtete ihr bei, sie solle noch etwas drin bleiben in Mamas Bauch. Und das tat sie :-) Sie kam nicht zu früh, ist das nicht wunderbar?  

Rückblickend verflog die Schwangerschaft sehr schnell. Die ersten drei Monate als wir noch keinen eingeweiht hatten, verstrich die Zeit nach meinem Empfinden in Slowmotion. Danach vergingen die Monate wie im Zeitraffer. Abgesehen von den letzten Wochen vor der Geburt, empfand ich meine Schwangerschaft als sehr erfüllend. Ich war gerne schwanger und liebte meinen Bauch, die ersten Tritte, die Ultraschallaufnahmen. Es war alles so spannend und neu, darin bin ich richtig aufgeblüht und fühlte mich schön. Nein, nicht nur schön, ich fühlte mich wunderschön.

In wenigen Tagen wird unsere kleine Maus bereits 8 Monate alt und ich kann es kaum fassen, dass alles so schnell ging. Noch ganz genau kann ich mich daran erinnern, als ich den positiven Schwangerschaftstest in den Händen hielt. Eine spannende Reise lag vor uns.

Und wisst ihr was? Sie ist noch lange nicht vorbei, diese Reise. Einige Stationen haben wir bereits geschafft, aber es liegen noch unzählige vor uns. Noch viele erste Male werden wir mit unserem Kind durchleben. Manche Etappen sind anstrengend, andere erfüllend, wieder andere einfach unglaublich und unbeschreiblich.
Ein Kind ist ein Abenteur. Ein Abenteuer, das erdet. Ein Widerspruch? Nein, eine Herausforderung, die alles andere in den Schatten stellt.

Alles Liebe

Anna

PS: Zum Bericht des ersten und zweiten Trimesters geht es hier und hier entlang.


Kommentare:

  1. Liebe Anna,

    hach, ich denke auch mit gemischten Gefühlen an den letzten Trimester zurück :) Die Psyche war ganz und gar in topform, ganz und gar im Gegensatz zu meinem Körper, der wirklich aus dem letzten Loch gepfiffen hat. Unglaublich, was so ein Körper während der Schwangerschaft leistet!

    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende
    Daniela

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    1. Ja, das stimmt, unglaublich, was man so als Schwangere körperlich alles so mitmacht :-)
      Auch Dir ein schönes Restwochenende!

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