Weihnachtsstress - oder wieviel Dinge braucht das Kind?

Mittwoch, November 18, 2015


Alle Jahre wieder, kurz vor Weihnachten, artet die Geschenkesuche für sämtliche Verwandten und Freunde in Chaos und Hektik aus. Seltsamerweise stresst mich insbesondere die Suche nach geeigneten Präsenten für die Verwandtschaft, meist erledige ich alles kurz vor Ende und bin froh, wenn ich am 23. alles verpackt habe.
Dieses Jahr ist ein ganz besonderes Fest, weil wir nun ein Familienmitglied mehr unter uns haben :-). An Weihnachten wird unsere Tochter 9 Monate alt sein. Was schenkt man einem so kleinen Menschen? Kann er damit etwas anfangen? Sich später erinnern, die Freude auskosten, "ohhh toll, Geschenke"? Ganz sicher nicht, weil sie einfach noch viel zu klein ist. Aber dennoch wird es Geschenke geben, denn sie gehören ja zum Fest. Es gibt unzählige Angebotsvielfalt in jedem Schaufenster, in allen Onlineshops. Die Auswahl fällt schwer, die Masse überfordert. Meiner Ansicht nach muss man sich nicht in Unkosten stürzen, denn ein Säugling (was sie definitiv noch ist) kann materielle Werte zum Glück noch nicht erfassen. Es erfreut sich an den simpelsten kleinen Dingen, alles Neue ist ersteinmal spannend und interessant.

Wir haben uns entschieden, dass wir der kleinen Maus -Achtung jetzt kommts- "Pädagogisch wertvolles" schenken :-). Ich bin kein Freund von Plastik und Krachmacher, auch wenn Mäusekind genau solches natürlich toll findet, denn Lärm ist ja bekanntlich gleich Spaß.
Wir leben leider in einer Wegwerfgesellschaft, in unzähligen Kinderzimmern, türmen sich Berge von Spielsachen, die für ihre kleinen Besitzer mittlerweile total uninteressant geworden sind, weil sie einfach zu viel davon besitzen. Ich kann es sogar verstehen, man liebt sein Kind und möchte es verwöhnen, aber einen Gefallen tut man ihm dabei ganz sicher nicht. Denn wie kann man einem Kind lehren, sich an Dingen zu erfreuen, wenn es immer alles haben kann. Mir hat es als Kind auch an nichts gefehlt, aber dennoch habe ich beigebracht bekommen, dass ein Wunsch, nicht zwangsläufig auch erfüllt wird.


Ich bekam nicht alles, was ich mir wünschte, einiges ja, aber eben nicht alles. Heutzutage arbeiten Eltern und Großeltern die Wunschliste der kleinen ab und wehe, etwas davon liegt nicht unter dem Weihnachtsbaum.
Wenn unsere Tochter größer wird, ist es mir wichtig, dass sie begreift, dass Mama und Papa für die Geschenke arbeiten müssen und dass nicht alles immer selbstverständlich ist. Dinge haben einen Wert, neben dem ideellen natürlich auch einen materiellen.

Nun, ich denke, unsere kleine Maus wird zu Weihnachten etwas schönes aus Holz bekommen, das ihren Tast-und/oder Bewegungssinn fördert. Denn meine Devise ist "Klasse statt Masse" und ich hoffe, damit auch mein Kind später für Schönes sensiblisieren zu können. Es gibt tolles verarbeitetes Spielzeug aus wertigen und unbedenklichen Materialien, man muss nur beim Kauf auf das Gütesiegel achten. [Hier findet ihr eine sehr gute Liste der bedeutsamen Gütesiegel für Kinderspielzeug mit Erläuterungen].

Unter unserem Baum wird also Holzspielzeug liegen, welches die Kreativität anregen soll. Bunte Holzklötze, ein Lauflernwagen oder soetwas in der Art. Mir schwebt ja der wunderbare Regenbogen der Fa. Grimm vor, aber vielleicht ist sie dafür noch etwas zu klein. Mal sehen, für was wir uns letzten Endes entscheiden. Ganz sicher bekommt sie mit einem Jahr ein Rutschauto. Das steht schon fest.

Von der Verwandtschaft wünschen wir uns hingegen für die Kleine vor allem Nützliches. Gutscheine für Drogeriemärkte oder Babyfachgeschäfte sind bei uns hoch im Kurs, denn es stehen demnächst wieder größere Anschaffungen an, wie z.B. der Kindersitz für das Auto. Eine gute Alternative ist vor allem die Dinge auch gebraucht zu kaufen, wenn alles pfleglich behandelt wurde, warum soll es nicht ein anderes Kind erfreuen? Natürlich darf die Familie auch selbst entscheiden, wenn sie dem Kind etwas bestimmtes schenken möchte, alle Parteien sollen ja Freude daran haben. 

Aber im großen und ganzen bin ich der Ansicht, dass man es zu Anfang nicht übertreiben muss.

Wie haltet ihr das mit den Geschenken, wenn sie noch so klein sind? Was bekommen eure Kinder zu Weihnachten?

Alles Liebe
Anna


Kommentare:

  1. Tatsächlich hatten wir am Anfang unserer Karriere als Eltern ähnliche Ziele, also insgesamt nicht zu viel, Holz, Lernspielzeug etc. Hat sich aber schnell relativiert, als wir gemerkt haben, dass das pädagogisch wertvolle Zeug nicht unbedingt viel Spass macht und nur rumsteht. Jetzt hören wir mittlerweile mehr auf die Wünsche der Kinder oder schauen, auf welche Sachen im Kiga oder bei Freunden sie gut reagieren und kaufen das dann, egal ob Holz oder Fisher Price. Es sind durchaus oft die Sachen, die blinken und dudeln, die richtig Spass machen! Und wenn das Kind happy ist, sind die Eltern happy, auch wenn der Geräuschpegel steigt :-).
    Und was die Menge anbelangt: wir haben tatsächlich auch oft NICHTS geschenkt, aber die Menge an Geschenken von Freunden und Verwandten reicht leider trotzdem für ein heimisches Spielzeuggeschäft! Lg Toni

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  2. Haha, ja das mag sein, dass ich in einem halben Jahr eines besseren belehrt sein werde :-). Ich denke die Mischung macht es, die kleinen sollen ja auch Freude und Spaß haben. Nur das eine oder nur das andere ist sicherlich auch nicht richtig. Ich hoffe nur, dass wir es schaffen, selektiv genug zu sein.
    Liebe Grüße :-)

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  3. Ach ja, das Thema beschäftigt uns momentan auch. Da ich weiß, dass Kiwi von der Verwandtschaft mit Geschenken überhäuft werden wird, überlegen wir schon, ob wir ihr ein bestimmtes Bücherregal für ihr Zimmer schenken (warum hat sie eigentlich so viele Bilderbücher? XD) und noch ne Kleinigkeit dazu. Bei den Geschenken von anderen wäre mir Holz natürlich auch lieber, aber da lass ich ihnen freie Wahl. Nur bei Klamotten bin ich ziemlich wählerisch und mir wären eigentlich Gutscheine am liebsten, allerdings weiß ich, dass nicht alle Gutscheine - aber Klamotten - schenken wollen. Aaaaah! Ich bin ein bisschen überfordert und werd's glaub ich einfach nehmen, wie's kommt ;)

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  4. Das ist ja lustig, ich habe auch schon so viele Bücher gekauft, obwohl sie ja noch gar nichts damit anfangen kann, aber ich fiebere dem schon entgegen, ihr daraus vorzulesen und mit ihr die Bilder zu betrachten:) Um auf die Geschenke zurückzukommen: Es kommt, was kommt, das ist klar. Im Endeffekt meinen es ja alle gut :-). Wir wollen uns nicht beschweren, sowohl Schenkende als Beschenkte sollen ja Freude daran haben. Wir selbst wollen aber die Kleine nicht überhäufen, denn erstens ist sie noch viel zu jung und zweitens wird von Verwandten und Freunden -wie im ersten Kommentar schon bestätigt- wahrscheinlich genung geschenkt. Zum Glück habe ich aber bisher nur schönes zum Anziehen für die Maus erhalten :-). Hoffentlich bleibt das so :-)

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