Zu Tisch bitte! Kulinarische Entdeckungen für Groß und Klein

Mittwoch, November 04, 2015


Von Babys verhaltenen Enthusiasmus, was die Nahrungsaufnahme betrifft, habe ich bereits vor nicht zu langer Zeit berichtet. (Den Beitrag findet ihr hier).
Das Kochen habe ich aufgegeben, denn nichts schmeckte. Zehn liebevoll vorgekochte Tiefkühleinzelportionen wanderten in den Müll, nachdem mir Mäusekind bereits alle drei Breivarianten ausgespuckt hatte. Ich habe mich schließlich dazu entschlossen, Gläschen zu füttern. Ich probiere diverse Sorten und was sie mag und mit einem Hauch Wohlwollen toleriert wird, wandert  auf die Favoritenliste und wird erneut gekauft.

Auf die Dauer gesehen, finde ich das ganze jedoch recht unbefriedigend. Mäusekind sitzt während der Mahlzeiten mit uns am Tisch und ich fand es schade, dass sie ihren Brei und wir unser Gekochtes verzehren. Andererseits zeigt sie auch an unserem Essen wenig Interesse. 

Also machte ich mich auf die Suche nach Alternativen, Speißen fürs Baby, die aufgepeppt auch uns schmecken könnten. Aber außer Kartoffel-Karotten-Stampf bietet Babys Speißekartenrepertoire wenig Reizvolles für uns kulinarisch verwöhnte Mittdreißiger. Und dass ich nun puriertes Fleisch in die Gemüsepampe mische, damit kann ich mir noch hoffentlich viele, viele Jahre Zeit lassen ;-).

Auf der langen Suche fand ich sie, meine persönliche Babynahrungsbibel. Nach langen Streifzügen durch die Regale meiner Lieblingsbuchhandlung strahlte es mich an: Die Offenbarung. Das Mamakochbuch.* Geschrieben von der Foodbloggerin Hannah Schmitz, umfasst es 101 Rezepte für Mama UND Kind von 6 Monaten bis 3 Jahren.
Ich blätterte und war gebannt. Liebevoll gestaltet, beinhaltet es auch sehr ansprechende Rezepte für die Zeit der Schwangerschaft und des Wochenbettes. 

Was in meinen Augen dieses Buch jedoch so wertvoll macht, ist, dass es ganz entspannt mit der Heranführung des Essens beim Baby umgeht. Nichts wird verurteilt,  alle Wege führen zum Ziel, ob Gläschen, Selbstgekocht oder BLW. Jedes Baby ist unterschiedlich und so vielfältig sind auch die Methoden, es an Essen heranzuführen. 

Begeistert hat mich vor allem die Tatsache, dass die Autorin grandios ansprechende Rezepte aufzeigt, die für Mama und Kind gleichermaßen zubereitet werden. Die Mamaversion wird im Anschluss einfach mit Gewürzen oder babynichtverträglichen Substanzen aufgepeppt.  Es ist eine wunderbare Alternative zu den öden Gemüsefleischbreien. Für Mama und für Baby. 

Heute habe ich mich an den Kokosmilchreis mit Mangospiegel gewagt. Den gab es für Mäusekind und mich zum Mittagessen. Das Rezept ist wirklich kinderleicht (wie praktisch ;-).
Die Mengenangaben für 4 Personen habe ich verringert, wir speißen zu Mittag meist alleine.

Für eine Mama- und eine Babyportion benötigt ihr ca.:

- 100g Milchreis
- 250 ml Kokosmilch 
- 250 ml Wasser
- eine halbe Mango
- Für Mamas Version zusätzlich Zimt und braunen Rohrzucker.

Einfach Reis in Kokosmilch und Wasser einkochen bis er schön sämig und weich ist.
Dannach müsst ihr die Mango mit ein wenig Wasser purieren.
Nehmt eine Portion Reis für das Baby heraus und garniert es mit der purierten Mango.
Meine Version habe ich mit etwas Zimt und braunen Rohrzucker aufgepeppt. 

Und so sah es aus, unser Mittagessen, links die Mama-Variante, rechts die Baby-Version:





Köstlich wars. Mäusekind hat mal wieder verhalten reagiert, aber das wundert mich nicht. Sie ist noch nie vor Begeisterung aus ihrem Hochstühl gehüpft. (Besser ist das ;-) Auch hier hat sie nur wenige Löffel gegessen, aber ich bin zufrieden. 

Ich liebe es, Essen zu zelebrieren und für uns gemeinsam zu Kochen gibt mir ein gutes Gefühl und ich habe Freude und Spaß an unseren Mahlzeiten :-).

Täglich werde ich nicht für uns beide so kochen sondern auch weiterhin Gläschen geben, aber ich bin froh, dass ich eine echte Alternative zur Fertigkost gefunden habe.

Als nächstes auf dem Programm stehen Kartoffelgnocchi mit Birne (plus Salbei für die Mama).

Ich habe schon wieder Hunger... :-)

Guten Appetit, sowohl den Großen als auch den Kleinen,

wünscht euch eure

Anna

*Hanna Schmitz, Das Mama-Kochbuch. 101 Rezepte und Tipps für Mama & Baby von der Schwangerschaft bis zum ersten Lebensjahr. Callwey 2015.

Kommentare:

  1. Liebe Anna,

    ach Rezeptbücher sind schon was Tolles. Ich mag es auch sehr gerne in meine zu blättern und Inspiration zu finden - meistens wird ein bisschen anders gekocht :)

    Liebe Grüße
    Dani

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    1. Ja, das stimmt! Ich liebe auch Kochbücher und bin immer auf der Suche nach neuen Ideen. Meist wandle aber auch ich ab :-) Künstlerische Freiheit, eben :-)

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  2. Auch eine sehr schöne Idee! Kiwi hat vor Kurzem ihren ersten Brei bekommen und für mich gab es... Brot ;) Wir essen dann meist abends, wenn mein Mann nach Hause kommt. Aber auf die Art und Weise, wie du es handhabst, könnte ich vielleicht sogar mittags auch mal was Warmes essen :)

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  3. Ja, das ist bei mir meist genau so! Ich hasse es, alleine für mich zu Kochen und deshalb gibt es, wenn ich mit meiner Kleinen alleine bin, für mich auch nur was schnelles und/oder Ungesundes. Aber jetzt kann ich quasi für zwei Kochen und das macht mir widerum Spaß :-).

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