Eine Ode an das Stillen

Donnerstag, Dezember 17, 2015

(c) panthermedia.net / Arne Trautmann


Bevor ich schwanger war, fand ich den Gedanken seltsam, ein kleines Wesen an meiner Brust zu nähren. Ich dachte, mein Körper würde dadurch irgendwie fremdbestimmt werden. Als dann unsere Tochter auf der Welt war,
war das Stillen  der natürlichste Vorgang der Welt.
Alles funktionierte von Anbeginn ohne Komplikationen. Der Milcheinschuss setzte zeitig ein, dasTrinken klappte sofort. Lediglich die erste Nacht musste ich Kühlpads verwenden, da durch den plötzlichen Milcheinschuss die Brust schmerzte. Aber dank der guten Ratschläge meiner Hebamme klappte zum Glück alles einwandfrei. 

Zu Beginn dauerten die Stilleinheiten sehr lange im Schnitt ca. 40 Minuten und das alle ein bis zwei Stunden. Das frustirerte mich zu Anfang, denn ich hatte das Gefühl, nur noch eine Milchmaschine zu sein. Das Verlassen des Hauses gestaltete sich als schwierig, denn ich wollte ungerne in der Öffentlichkeit stillen.  Aber je schneller unsere Tochter wuchs, desto mehr reduzierten sich die Stilleinheiten  proportional zu den Abständen von 10 Minuten trinken auf alle drei bis vier Stunden Fütterung. 

Manchmal musste ich sie auch abgeben, weil ich sie zu gewissen Terminen nicht mitnehmen konnte und pumpte Milch ab. Das gestaltete sich jedoch nicht immer einfach, denn man muss den richtigen Zeitpunkt abwarten in dem man genug Milch hat, aber gleichzeitig darf man nicht zu viel abpumpen, falls das Baby noch Hunger bekommt. 

Fertigmilch hat unsere Kleine immer verweigert. Nicht, dass es meine Absicht gewesen wäre, sie auf Dauer darauf umzustellen, aber in manchen Situationen wäre es hilfreich gewesen, einfach nur Milch anrühren zu müssen. Z. B. bei ihrer Taufe mit 5 Monaten, war es mir nicht möglich, in einem separaten Raum zu stillen und da sie wie besagt keine Fertigmilch akzeptierte, musste ich mich ins Auto zurückziehen. Ich bin nicht der Typ der öffentlich gerne stillt. 
Klar lässt es sich manchmal nicht vermeiden und dann habe ich einen Stillumhang benutzt. Aber warum, werden manche von euch meinen? Das ist doch das natürlichste der Welt! Ja, das stimmt. Ich habe keinerlei Probleme damit, dass Mütter öffentlich stillen und ich finde es sehr traurig, dass sie diesbezüglich immer noch angefeindet werden. [Einen bereits von mir veröffentlichten Artikel darüber findet ihr hier]. Nur möchte ICH es gerne vermeiden, öffentlich zu stillen, weil für mich dieser Moment zwischen mir und meinem Kind sehr innig und privat ist und ich das nicht öffentlich teilen möchte. Und genau aus diesem Grunde halte ich das Stillen auch hoch, denn abgesehen davon, dass es das Immunstystem und die Abwehrkräfte stärkt, kräftigt es auch die Mutter-Kind-Bindung. Ich möchte diese Erfahrung nicht mehr missen. 
Überdies ist es sehr praktisch, man hat immer alles dabei und auch in der Nscht muss man nicht extra aufstehen, um Fläschen warm zu machen. 
Natürlich gibt es Mütter, die nicht stillen können, weil sie zu wenig Milch haben oder schlimme Brustentzündungen davontragen. Ich kann gut verstehen, dass man ab einem gewissen Schmerzgrad aufgibt. Denn Stillen soll ja ein schönes Erlebnis sein und nicht auf Qualen beruhen.

Leider  naht nun der Abschied dieser schönen Zeit, denn seit Breieinführing stillt sich unsere Tochter von selbst ab. Im Moment stille ich nur noch in der Nacht und meine Milchproduktion nimmt von Tag zu Tag stetig ab. Ich blicke mit Wehmut auf diese Zeit zurück. Dennoch bin ich mir gewiss, dass andere innige Momente zischen meinem Kind und mir folgen werden und diesen ersetzten werden.

Wie hat es bei euch mit dem Stillen geklappt? Verlief alles problemlos? Wie habt ihr das Abstillen empfunden?

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