Eltern allein zuhause? Silvester mit Baby

Dienstag, Dezember 01, 2015


Es ist ein ziemliche großes Dilemma, das erste Silvester mit Baby. Und wahrscheinlich nicht nur dieses erste Silvester, sondern noch einge darauf folgende bis die Kleinen aus dem gröbsten raus sind. Aber wann sind sie das überhaupt, vielleicht so mit 18 Jahren ?!? ;-)
Nein, im Ernst, es ist unsere erste Silvesterfeier mit Säugling und alles ist anders als in den vergangenen Jahren, denn unsere Tochter hat feste Zubettgehzeiten und einen wirklich sehr leichten Schlaf. Nun überlegen wir, wie wir den Übergang vom alten ins neue Jahr verbringen sollen.

Im Grunde gibt es vier Möglichkeiten:

  1. Kind abgeben - feiern gehen.
  2. Feiern gehen - Kind mitnehmen.
  3. Zuhause feiern - Freunde einladen.
  4. Alleine feiern.

Unter Feiern verstehen wir in unserem gesetzten Alter natürlich nicht das frenetische Tanzen in irgendwelchen hippen Clubs, sondern eher ein gemütliches Beisammensein mit kleinen Köstlichkeiten, einem guten Glas Wein und kultivierten Gesprächen ;-).

Die erste Variante "Kind abgeben - feiern gehen" scheidet von Vorneherein aus. Dies hat zweierlei Gründe: 
1.) Die Großeltern (für mich im Moment die einzig in Betracht kommenden Personen) sind bereits verplant (was ihr gutes Recht ist).
2.) Für mich steht der Spaßfaktor in keiner Relation zum Abgeben meines Kindes. Unsere Tochter ist knapp 8 Monate alt, sie jemanden anderem anzuvertrauen, damit ich einige Stunden feiern kann, empfinde ich in diesem Stadium als unangebracht. Es ist nun mal so, dass die Keinen in dem Alter noch die Nähe ihrer Mama brauchen. Unsere Tochter wird des öfteren abends und nachts wach und verlangt nach mir, was ganz natürlich ist. Sie alleine zu lassen, kommt für mich nicht in Frage.

Da mag auch jeder darüber denken wie er möchte. Auf Kommentare wie "warum organisiert ihr euch denn keinen Babysitter" reagiere ich mittlerweile wirklich allergisch. Es ist einfach noch zu früh. Punkt. Ich muss mich nicht erklären, noch mich anderen gegenüber immer wieder rechtfertigen. Ich klage ja auch niemanden an: "Warum gebt ihr denn euer Kind ständig ab?".

Die zweite Möglichkeit "Feiern gehen - Kind mitnehmen" gestaltet sich ebenfalls problematisch, denn da unsere Tochter bereits zuhause schlecht in den Schlaf findet, würde sie eine fremde Umgebung mit vielen Menschen und vielen Geräuschen erst recht nicht zum Einschlafen animieren. Bis sie viereinhalb Monate war, wäre das kein Problem gewesen, wir haben sie oft auch abends mitgenommen, sie ist überall friedlich in ihrem Kinderwagen eingeschlafen. Doch diese Zeiten sind definitiv vorbei.
Ich kenne mein Kind gut genug, sie wäre überreizt, quängelig, würde weinen und wenn dieses Stadium dann erst einmal erreicht ist, wird es wirklich schwer sie zu beruhigen. Sie in einem separaten Zimmer einschlafen zu lassen, würde auch nicht funktionieren. Diese Alternative wäre für unser Kind also ganz sicher kontraproduktiv. Sie hat ein festes Schlafgehritual, es wären einfach zu viele Faktoren, die ganz klar dagegen sprechen.
Die einzige Variante die ich mir vorstellen könnte, wäre mit der Familie (also im kleinen für Baby vertrauten Kreis) zu feiern und dann dort zu nächtigen.

Wir könnten natürlich auch Freunde zu uns einladen, wobei wir bei Version drei "Zuhause feiern - Freunde einladen" angelangt wären.
Das würde ich sehr gerne tun, damit hätten wir zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, denn wir könnten feiern und unser Mäusekind wäre in ihrem gewohnten Umfeld. Unser allabendliches Schlafgehritual wäre nicht gefährdet und es wäre für uns alle die perfekte Lösung.
Allerdings sind wir diese Jahr zu spät mit unserer Planung und die große Silvestersause findet woanders statt. Wir sind zwar eingeladen, aber aus oben genannten Gründen, werden wir dieser Veranstaltung fern bleiben.

Letzten Endes haben wir uns für die vierte Variante "Alleine feiern" entschieden: Mama und Papa bleiben zuhause und feiern zuerst zu dritt und dann in trauter Zweisamkeit. Ich finde es schön, für uns zu sein und die Zeit bewusst miteinander zu genießen.
Wir kochen aufwendig, dinieren standesgemäß ;-) und stoßen dann zu zweit um Mitternacht an. Unsere Tochter wird nicht aus ihrem gewohnten Rhythmus gerissen und wir alle sind glücklich.

Überhaupt finde ich, dass man dieser ganzen Feierei viel zu viel Bedeutung beimisst. Als ob man was verpassen würde, wenn man nicht bei jedem Event dabei ist. Es mutet lächerlich an, wenn man mit über 30 ernsthaft noch glaubt, immer alles mitnehmen zu müssen, was einem geboten wird. Klar ist es auch mal schön wegzugehen, aber ganz ehrlich, wer denkt, er könne mit Kind im gleichen Takt leben wie davor, der irrt oder ist einfach sehr selbstbezogen.

Lange Rede kurzer Sinn, mich würde interessieren, wie ihr in das neue Jahr rutscht.
Wie haltet ihr es an Silvester? Feiert ihr alleine, mit Freunden, zuhause oder auswärts? Über Eure Pläne und Erfahrungen würde ich mich sehr freuen!

Habt einen feinen Dezember!

Anna

Kommentare:

  1. Ich finde, da habt ihr die richtige Entscheidung getroffen. Besonders in einer so lauten, aufregenden Nacht finde ich es richtig, dass ihr A. euer Kind nicht weggebt und B. zu Hause in der gewohnten Umgebung bleibt. Diese ganze Feierei ist meiner Meinung nach oft übertrieben und eure Planung klingt nach einer schönen Alternative.

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    1. Dankeschön für den Zuspruch. Ich freue mich auch über einen schönen Abend zuhause mit meinen liebsten Menschen. Für mich gibt es nichts schöneres und ich sehe das ganz genauso wie du, dass diese Feierei einfach überbewertet wird.
      Liebe Grüße!

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