Mein erster Geburtstag als Mama

Montag, Dezember 28, 2015



In der Grundschule nannte mich meine Lehrerin das Christkind, weil ich um die Weihnachtszeit Geburtstag hatte. Viele Jahre fand ich es nicht so schön, kurz nach Weihnachten Geburtstag zu feiern, denn meist bekam ich die unliebsamen Weihnachtsgeschenke der anderen weitergereicht. Als ich dann erwachsen wurde, wusste ich die Vorzüge wieder zu genießen, denn die meisten haben zwischen den Jahren frei und so hatten alle immer Zeit mit mir auf das neue Lebensjahr anzustoßen. Besonders als junge Erwachsene im Partyfieber lud ich gerne alle Freunde ein. Das war eine schöne und aufregende Zeit. Meine Sturm und Drang Jahre sozusagen. Auf der anderen Seite, konnte man kulinarisch irgendwie wenig Begeisterung hervorrufen, denn alle waren bereits durch die Weihnachtsfeiertage übersättigt. In den letzten Jahren habe ich meinen Geburtstag gar nicht mehr in Gesellschaft gefeiert. Ich wollte den  Stress mit  Backen und Kochen und den anschließenden Aufräumaktionen vermeiden und so haben uns mein Mann und ich meist immer einen schönen Tag gemacht, sind weggefahren, haben etwas Schönes unternommen, waren Essen und anschließend  im Kino. So auch letztes Jahr als ich hochschwanger unser Mäusekind erwartete. Zuerst waren wir bei unserm Lieblingsgriechen, dann schauten wir uns im Kino den Film „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ an.

Dieses Jahr habe ich mich jedoch entschlossen, die Familie einzuladen und wieder zu feiern. Warum? Wegen unserer Tochter, weil durch sie Familienfeste einfach schöner sind, weil sich alle an ihr erfreuen und weil Familie durch sie nun wieder mehr an Bedeutung und Stellenwert gewinnt. Versteht mich nicht falsch, Familie war mir immer das wichtigste. Meine Eltern sind neben meinem Mann und nun meiner Tochter die wichtigsten Menschen in meinem Leben, sie geben mir Halt, sind immer für mich da, kennen mich in und auswendig. Es ist ein starkes Band, das uns verbindet. Dennoch wollte ich in den letzten Jahren nur die Zweisamkeit mit meinem Mann genießen, meinen Geburtstag nur mit ihm zelebrieren.



Jetzt mit unserer Tochter habe ich all die Arbeit, die so ein Fest mit sich bringt, auf mich genommen und es war wunderschön. Am Vortag habe ich zwei Kuchen gebacken, meine Firmpatin hat einen weiteren beigesteuert und mein Mann hat alle Vorbereitungen für das anschließende Abendessen getroffen. Um halb vier waren alle geladen, wir haben Kaffee getrunken, Kuchen gegessen, mit der Kleinen gespielt mit ihr gelacht, sie geherzt, gefüttert mit ihr gesungen, sie geschaukelt und getragen. 

Die Ruhe vor dem Sturm

Ihr drei Wochen älterer Cousin kam mit seinem Eltern ebenfalls dazu und die Runde war komplett. Oma und Opa, Tanten und Onkel eiferten um die Wette, um die beiden Sonnenscheine zu unterhalten, mit ihnen zu spielen oder sie zu füttern.  Familienhund Dante wurde ebenfalls entertaint und alle strahlten um die Wette. Nach dem Kaffee hat mein Mann gekocht, anschließend  gab es noch einen Absacker und einen Nachtisch.   
Gegen halb acht ist meine beste Freundin, Mäusekinds Patentante,  mit ihrem Mann und ihrem kleinen süßen vier Monate alten Baby zu uns gestoßen und während die Familie mit einem Schlag aufgebrochen ist, saßen wir vier und unsere kleinen Sprösslinge noch etwa eine Stunde beieinander erzählten uns den neusten Klatsch und Tratsch, erfreuten uns an unseren Kindern und ließen den Abend ausklingen. Ausnahmsweise habe ich unsere Tochter erst um halb neun ins Bett gebracht und weil der Tag so aufregend und ereignisreich für sie war, ist sie auch sofort eingeschlafen. 


Familienhund Dante genießt und schweigt :-)))

Anschließend haben mein Mann und ich die Küche aufgeräumt und sind erschöpft auf die Couch gefallen. Für mich war es ein wunderbarer Tag  trotz großer Anstrengung. Nun bin ich selbst Mutter, es ist mir wichtig, meinem Kind Traditionen und Werte zu vermitteln, ihr Erinnerungen an die Hand zu geben, von denen sie als Erwachsene zehren kann. Auch wenn sie sich an dieses Fest nicht mehr erinnern mag, für mich ist dieser Tag unvergesslich. Es war mein erster Geburtstag als Mama. Und das schöne ist, es wird nun von Jahr zu Jahr immer so sein, meine Geburtstage werden segensreicher sein als die zuvor, weil der wichtigste Mensch in meinem Leben diesem beiwohnen und diesen Tag für mich zu etwas ganz besonderem machen wird, meine Tochter! Auf die ich unendlich stolz bin, weil sie mich erfüllt durch und durch.  Ich hatte kein rauschendes Fest, aber dafür ein umso wertvolleres. Die schönsten Geschenke sind nicht die materiellen, sondern die kleinen großen Emotionen, die man im Herzen trägt und gestern hatte ich ganz viele davon!

Kommentare:

  1. Ach ja, das klingt nach einem tollen Tag! Ich wünsche dir alles Gute nachträglich! :)

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    1. Vielen lieben Dank, meine liebe Kiwimama! :-)

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