Wollt ihr noch Kinder? Und wenn ja, wie viele? Beitrag zur Blogparade #Bauchgefühl

Montag, Januar 11, 2016


Kaum war unser Mäusekind einige Monate auf der Welt, prasselten bereits Fragen über unsere weitere Familienplanung auf uns ein. Wollt ihr noch ein zweites Kind? Was, ehrlich? Dann müsst ihr euch aber ranhalten. Irgendwie fand ich diese Aussagen nervig und vor allem indiskret. Ich verstand auch nicht so genau das rege Interesse an unseren Fortpflanzungsplänen, wir waren ja in erster Linie mit unserer kleinen Tochter beschäftigt, alles war neu und in unsere neue Elternrolle mussten wir erst einmal hineinwachsen. Für viele mag ja diese Frage vielleicht zum Smalltalk gehören, unüberlegt einfach mal so zwischen einem Kuchenstück und einem Cappuccino hinaus posaunt. Es ist ein Unterschied, ob mich eine Freundin das privat unter vier Augen fragt, oder ob es über den Kaffeetisch vor versammelter Mannschaft ausdiskutiert werden muss. 


Wir waren die letzten im Freundeskreis, die Nachwuchs bekommen haben, davor bohrten immer alle, wie sieht es denn mit Kindern aus, wollt ihr keinen Nachwuchs? Allein diese penetranten Fragen machten mich aggressiv. Warum muss man sich immer für alles rechtfertigen, wann und ob man überhaupt Kinder möchte. Die Fragenden haben nie daran gedacht, dass solche Aussagen für manche Paare vielleicht äußerst verletzend und schmerzlich sein können,  weil vielleicht der Kinderwunsch nicht klappt, weil man vielleicht bereits ein Sternenkind unter dem Herzen trägt und man mit solchen Erfahrungen nicht hausieren gehen möchte.  Und selbst wenn nichts Dramatisches dahintersteckt, manche Menschen wollen einfach keinen Nachwuchs. Das ist legitim und muss nicht immer vor aller Welt erklärt werden. 

Unsere Lebensereignisse haben den Kinderwunsch immer wieder verschoben, in meinem allerersten Post habe ich bereits darüber berichtet. Als ich meine Dissertation endlich abschloss und wir mit dem Hausbau, der uns Kraft und Nerven gekostet hatte, fertig waren, konnten wir uns auch auf unseren Kinderwunsch konzentrieren.  Ein halbes Jahr dauerte es, bis sich dieser erfüllte. Man stelle sich vor, ich wäre hochschwanger auf der Baustelle rumgeturnt, oder noch schlimmer, ein Baby hätte sich dem ganzen aussetzten müssen. 

Als wir die Schwangerschaft verkündet hatten, schien die Außenwelt besänftigt: Jetzt passt es wieder, ein verheiratetes Paar mit Kind. Klischee erfüllt! Nun, wie gesagt, kaum war unsere Tochter geboren, fing die Fragerei erneut an, jetzt nach dem zweiten Kind

Zur Zeit läuft eine Blogparade #Bauchgefühl von Mama on the rocks, wie es um einen weiteren Kinderwunsch bestellt sei. Anlass dafür ist, dass momentan viele Mamabloggerinen ihre Schwangerschaft verkünden. Ich weiß nicht, ob mein Beitrag wirklich dazu passt, ob ich mit nur einem Kind wirklich mitreden kann. Vielleicht nicht, vielleicht auch doch. 

Ja, wir möchten noch ein zweites Kind. Ich weiß nur nicht wann. Sicher ist, dass die Familienplanung vor Erfüllung des 40. Lebensjahres abgeschlossen sein soll. Vier Jahre habe ich also noch Zeit. Es muss nicht sofort passieren, ich bin es meiner Tochter schuldig, dass ich ihr alle Aufmerksamkeit schenke, die sie verdient. Sollte es doch geschehen, ist es auch kein Weltuntergang, dann nehmen wir es eben wie es kommt.

Viele Bloggerinnen können sich kein weiteres Kind vorstellen. Die meisten von ihnen haben allerdings bereits zwei Kinder. Es werden mehrere Argumente  angeführt: Man kommt oft an seine Grenzen, man hat wenig Zeit für sich selbst, man muss oft im Job zurückstecken, man kann nicht allem immer gleich gerecht werden. Alles das leuchtet mir ein. Ich empfinde auch so. Aber nicht nur. Ich empfinde auch unendliches Glück. Ich fühle uns nun als Familie, wir sind nun ganz. Früher hätte ich mir kein zweites Kind vorstellen können. Eines war in meinen Augen ausreichend. Wenn ich ehrlich bin, hätte ich niemals von mir gedacht, dass mich ein Baby so erfüllt. Nun sehe ich alles anders.

Ich selbst bin Einzelkind. Gerade deshalb wünsche ich meiner Tochter Geschwister. Ich wünsche ihr, dass außer ihrer selbst gegründeten, noch Familie da ist, wenn wir Eltern eines Tages nicht mehr da sind. Natürlich bedeuten Kinder immer auch Einbußen: Finanzielle, persönliche, berufliche. Und während ich hier schreibe, geht Terrorkeks wieder zum Angriff über! Man hat echt wenig Zeit, wenig Energie, wenig Muße. Trotzdem möchten wir gerne ein weiteres Kind.

Wir würden uns freuen, wenn es klappt, aber vielleicht hat das Leben auch andere Pläne mit uns. Vielleicht klappt es auch nicht! Und dann? Dann freuen wir uns unendlich über unser kleines Wunder; dann müssen wir dankbar sein für das was wir haben, für das was wir sind: Familie. 

Alles Liebe, Anna


Kommentare:

  1. Liebe Anna,

    das hast du so schön geschrieben! Ich kann mir auch weitere Kinder vorstellen. Mir geht es genauso wie dir - ein Einzelkinddasein kenne ich zu gut und würde es gerne meinem Kind ersparen. Wenn es nicht geht, dann eben nicht... Allerdings finde ich die Fragerei nicht so schlimm. Kann es aber sehr verstehen, wenn es einem zu nahe geht. Ich drücke die Daumen, dass eure Wünsche in Erfüllung gehen - in welcher Art auch immer! :)

    Liebe Grüße
    Daniela

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    1. Dankeschön, liebe Daniela! Ich hoffe sehr, dass unsere Kleine, kein Einzellkind bleibt, aber wie gesagt, wir werden sehen, was die Zukunft bringt! Liebste Grüße, Anna!

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