#Familienmonent Nr. 6: Schuldgefühlbingo versus Terrorkeks

Mittwoch, Februar 03, 2016


Unser #Familienmoment diese Woche ist pädagogisch nicht ganz koscher. Keine Angst, nichts, was einem die Hände über den Kopf zusammenschlagen lässt, aber nunja, eher was aus der Kategorie "Kopfschütteln". Ich fange am besten mal von vorne an:

Mami, alias ich, hatte einen wichtigen Termin in Heidelberg. Es war klar, dass Mausekind mitkommen musste und ich war mir nicht so sicher, ob das alles so reibungslos funktionieren würde, wie ich es mir erhofft hatte. Ich packte also die Wickeltasche, füllte die Trinkflasche und steckte Kinderkese mit ein, da ich nicht wusste, ob ich Zeit haben würde am Nachmittag eine Banane oder ein Fruchtbreichen zu füttern.

Wir fuhren also los, Mäusekind schlief selig im neuen Reboarder-Sitz ein. Angekommen, musste ich sie wecken und von der Tiefgarage aus machten wir uns also auf den Weg zu unserer Verabredung. Mein Termin lief super, Mäusekind war friedlich und quietschvergnügt. Ich sprühte regelrecht vor Euphorie und dachte "Mensch, heute ist sie super drauf, ich könnte ja noch etwas in der Stadt bummeln". Also schlenderte ich mit gut gelauntem Kind über die Hauptstraße, verweilte in einigen Geschäften und konnte sogar etwas anprobieren! Meine Tochter hatte Spaß, grapschte nach den Textilien und schlief irgendwann erneut ein. Yuhuuu, mein Glücktstag, dachte ich blauäugig. Ich wurde sogar fündig und ergatterte eine mega Jacke im Sale. Besser konnte der Tag nicht werden.

Auf dem Weg zurück in die Tiefgarage wurde Mäusekind wieder wach. Aber diesmal sehr schlecht gelaunt. Terrorkeks war wieder da! Oh jeh, schnell nach hause. Ich schnallte sie in den Reboarder, verstaute den Kinderwagen und siehe da: Die Sirene ging an: Gebrüll und Gezeter. Oh, nein, schnell aufs Gas gedrückt, wir mussten die Heimfahrt fix hinter uns bringen. 

Sah Terrorkeks genau so und drehte mal von hinten so richtig fies auf. Ich sage euch, ich habe das einmal mitgemacht eine 2 Stundenfahrt vom Saarland zu uns mit schreiendem Kind in Dauerbeschallung, man wird dabei verrückt. Als wir damals das idyllische Städtchen Einöd passierten (der Name ist Programm), dachte unsere Maus sie müsste mal für Stimmung sorgen und so hatten wir bis wir wieder die Haustür betraten richtig viel Spaß mit lautem Kindergeschrei. Beschallung eineinhalb Stunden lang. Da half auch kein Anhalten, Kuscheln, Trinken, Wickeln, wenn Terrorkeks schlechte Laune hat, dann hat sie eben schlechte Laune. Punkt. Da gibt es nix dran zu rütteln. 


Ich sah damaliges Szenario erneut auf mich zukommen. Geistesgegenwärtig griff ich in die Wickeltasche und reichte her royal Highness von der Seite nach hinten einen Kinderkeks. Brüllend schnappte sie ihn sich, erbost, so auf die Art „was soll ich denn damit????“, verstummte jedoch plötzlich und biss herzhaft hinein. Das Weinen wich glücklichen Mampfgeräuschen! Mit ihren vier Zähnchen knabberte sie beherzt ihren Keks und lies ihn sich schmecken. TOLL, ich war erleichtert und mächtig stolz auf meine glorreiche Idee. 



An der roten Ampel reichte ich ihr von vorne ihre Trinkflasche und hielt sie solange bis meine Kleine ihren Durst gestillt hatte. Als die Ampel dann auf Grün sprang, legte ich die Flasche zu ihren Füßen. Die Ruhe währte leider nur ca. 5 Minuten. Keks alle, schlechte Stimmung wieder da! Erneutes Gebrüll! Nächster Keks wanderte zu ihr auf die Rückbank.

Das Ende der Geschichte: 6 Kekse musste ich einsetzen, um uns sicher nachhause zu geleiten. Nicht ganz korrekt von mir, ich weiß. Aber Terrorkeks wurde besänftigt und wandelte sich wieder zu Mäusekind.  
Das Schöne ist überdies, dass sie während ihres kleinen Snacks selbst ihren Trinkbecher griff und von alleine trank. Also einen kleinen positiven Effekt hatte meine pädagogisch eher zweifelhafte Aktion ja schon: Selbstständiges Trinken: Check! Am Abend hatte Mäusekind komischerweise gar keinen rechten Hunger. Na, woran das wohl gelegen hat?  

Noch mehr Familienmomente gibt es bei Küstenkidsunterwegs.




Kommentare:

  1. Also ich finde, das fällt eher unter Tipps + Tricks! Und zwar unter die legitimen! Die sind - auch pädagogisch - natürlich erlaubt :) Ich bin sicher, dass Du Deine Süße sonst gesund ernährst, also mach' Dir keinen Stress. Danke für Deinen #Familienmoment!

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    1. Hahaha, ja aus der Warte kann man das auch sehen. Tipps und Tricks, wäre eine Rubrik wert ;-)

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  2. Hrhr, sehr guter Bestechungsversuch! Bei Kiwi klappt NOCH eine Packung Taschentücher, aber ich bin mir sicher, auch unsere Babykeks-Zeit wird kommen ;)

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    1. JA, das kann ich dir garantieren, die wird kommen. Obwohl Mäusekind von Taschentücherpackungen auch noch fasziniert ist, aber eher als Zeitvertreib bei guter Laune :-)

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  3. Haha...Autofahrten allein mit den Kindern sind für mich auch der Horror: Manchmal läuft alles wie am Schnürchen, dann wieder mal alles daneben. Bei uns kommt es dann schon mal vor, dass unser Grosser es schafft, beim Einparken am Ziel zu brechen (echt, ist schon 3 Mal passiert, sogar nach einer 3stündigen, ruhig verlaufenden Autofahrt auf nüchternen Magen) und unsere Kleine es irgendwann nicht mehr aushält in ihrem Kindersitz trotz Bespassungsprogramm und auf den Schoss will. Diese Ungewissheit finde ich blöd😉! Viele Grüsse! Claudia

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    1. Oh neeeeiiiin, das stelle ich mir auch sehr stressig vor. Ja, bei uns ist Autofahren auch immer ein Erlebnis, man weiß vorher nie wie die Stimmung ist bzw. wie sie sich entwickelt ;-) Wobei ich mich vage erinnern kann, dass ich als Kind bei Autofahrten auch immer einen sehr empfindlichen Magen hatte...Wahrscheinlich wird es aber dann irgendwann besser, spätestens so mit 18?!? ;-). Viele Grüße! Anna

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