Einschlafprobleme die Zweite – Unser Zubettgehritual 2.0

Montag, März 28, 2016




Ich hatte bereits einen Artikel verfasst, wie wir es zunächst geschafft hatten, unser Einschlafproblem fern von allen Erziehungsratgebern zu lösen und uns diese Methode zunächst zu einer entspannten Einschlafsituation verholfen hatte. Nach monatelangem Spießrutenlauf ließen wir unsere Kleine einfach im Laufstall einschlafen. Nachdem alle anderen Versuche gescheitert waren und Mäusekind  sich immer in den Schlaf weinte, egal ob mit mir im Elternbett oder in ihrem Kinderbett von dem ich nicht von ihrer Seite wich, waren wir schließlich dazu übergegangen, sie selbst ihren Schlafrhythmus bestimmen zu lassen. Nach dem Abendessen machte ich sie bettfertig und setzte sie dann in den Laufstall wo sie nach ausgiebigem Spiel und Spaß einfach einschlummerte. Wenn Papa und ich dann ins Bett gingen, lagerte ich sie einfach in ihr Kinderbettchen um. 

(Den ausführlichen Artikel könnt ihr hier nachlesen.)

Diese Methode funktioniert nun seit geraumer Zeit nicht mehr. Mir war von Grund auf bewusst, dass wir über kurz oder lang uns eine Alternative überlegen mussten. Dieser Zeitpunkt kam auch recht schnell, nämlich genau einige Wochen vor Mäusekinds ersten Geburtstag. Unsere Tochter reagiert stark auf äußere Reize und im Laufstall findet sie nicht mehr zur Ruhe. Zwar funktioniert alles noch gut bis zum Zeitpunkt an dem sie die Müdigkeit übermannt: Sie spielt ausgiebig, doch wenn sie jetzt müde wird, dann schlummert sie nicht mehr ein, sondern sie überdreht und weint. Im Grunde hatten wir also nach einigen Monaten erneut die Anfangssituation erreicht.

Die liebe Nätty von Bilderbuchbaby hat einen ganz wunderbar hilfreichen Beitrag verfasst, wie sie und ihr Bilderbuchmädchen das Schlafproblem gelöst haben. 

Bei uns ist allerdings das Problem, dass Mäusekind mit einem Jahr einfach noch zu klein ist, um ihr vorzulesen oder um mit ihr verbal zu kommunizieren. Das bedeutet unsere Kommunikation findet durch Gesten, Körperkontakt, Stimmlage und -ganz wichtig- ritualisierte Abläufe statt.

Wie haben wir es also im zweiten Anlauf geschafft, die Einschlafsituation stressfrei zu gestalten? Unser Zubettgehritual spielt sich nun folgendermaßen ab:

Ich mache sie wie gewohnt bettfertig, wir putzen Zähnchen und dann spielt sie mit mir auf der Couch. Meist mit einem Liederbuch oder einem Stofftier. Die Interaktion mit mir ist deshalb wichtig, weil sie dadurch sehr viel mehr gefordert ist als wenn sie alleine im Laufstall spielt und ich ihre Müdigkeitssignale sehr schnell wahrnehmen und darauf reagieren kann. Sobald sie erste Übermüdungsanzeichen zeigt, nämlich Augen reiben oder Gähnen, nehme ich sie in den Arm und trage sie in ihr Bettchen. 

Zuerst mache ich das Zimmer dunkel und schalte ihr Nachtlicht ein. Das ist wichtig, damit sie zur Ruhe kommt und die  äußeren Reize so gut wie möglich ausgeblendet werden können

 
Überdies ist mir aufgefallen, dass sie immer noch eine Art Nest braucht, der ihr Schutz bietet, deshalb ist unser Stillkissen immer noch im Einsatz: Ich habe es zur Kopfseite des Bettchens gelegt. Wenn ich sie dann hineinlege, kuschelt sie sich an das Kissen und vergräbt gerne ihr Köpfchen darin ein.
Nicht fehlen darf dann ihr Lieblingskuscheltier, das Hasenmädchen. Sie liebt es abgöttisch, aus diesem Grunde platziere ich es immer in die Kuhle zwischen ihr und dem Stillkissen.


Nachdem ich unsere Tochter richtig positioniert habe, gebe ich ihr zuallererst Wasser zu trinken, das wirkt auf sie sehr beruhigend. Mir ist aufgefallen, dass sie in der Nacht oft sehr durstig wird, aus diesem Grunde lege ich ihr einen Trinklernbecher mit ins Bettchen. Der Vorteil bei diesem Gefäß ist, dass er nicht ausläuft. Früher wachte unsere Tochter nachts im Schlaf auf und weinte, weil sie Durst hatte. Seitdem ich ihr den Trinklernbecher mit ins Bettchen lege, trinkt sie nachts selbstständig bei Bedarf daraus und wird nicht komplett aus dem Schlaf gerissen.


Unsere Tochter mag keinen Schlafsack und auch nur eine dünne Decke zum Schlafen. Das dicke Deckbett strampelt sie grundsätzlich immer weg, mit dem Schlafsack ist hingegen an Schlaf überhaupt nicht zu denken. Sie fühlt sich ihn ihrer Bewegungsfreiheit so eingeschränkt, dass sie sehr ungehalten und zornig darauf reagiert. Aus diesem Grunde decke ich sie mit einer leichten, aber dennoch sehr wärmenden Babyschurwolldecke zu. Sie ist morgens dann nicht nassgeschwitzt und sie strampelt diese auch nicht weg.

Zu guter Letzt setze ich mich zu ihr und streichle ihre Stirn. Diese vertraute und monotone Geste beruhigt sie und ihre Augen schließen sich langsam von alleine. Manchmal singe ich auch ein Schlaflied. In der Regel dauert es dann ca. 10 Minuten und unsere Kleine schlummert selig ein.

Es kann natürlich sein, dass wir auch hier einen Rückschlag erleiden werden, aber was zählt ist in meinen Augen, dass wir im Moment durch unsere Vorgehensweise es geschafft haben, dass Mäusekind ohne Stress und sehr ausgelassen in den Schlaf findet. 

Wenn sie größer ist, werden wir Nättys Methode auf jeden Fall probieren. Solltet ihr noch Tipps und Tricks auf Lager haben, dann freue ich mich natürlich, wenn ihr mich daran teilhaben lasst. Aber vielleicht wollt ihr mir auch einfach nur verraten, wie eure Einschlafsituation ist und wie sich bei euch das Zubettgehen gestaltet.

Alles Liebe
Eure Anna



Kommentare:

  1. Oh, vielen Dank für die positive Erwähnung! Euer neues Ritual finde ich auch super. Das mit dem vielen Trinken kenne ich auch gut. Auch hier darf das Wasser-Becherchen im Bett nicht fehlen, denn nachts wird immer viel getrunken. Ich drücke uns und euch die Daumen, dass das Ritual lange hält ;)

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  2. Sehr gerne, liebe Nätty! Ich hoffe auch, dass es noch einige Zeit anhält, vor allem das mit dem Trinken hat uns echt vieles erleichtert. Zuvor ist sie nachts oft aufgewacht und wurde durch ihren Durst regelrecht aus dem Schlaf gerissen, jetzt trinkt sie quasi im Halbschlaf ohne dass ihre Ruhephase unterbrochen wird :-)

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  3. Wie schön, dass ihr ein neues, funktionierendes Einschlafritual gefunden habt. Der Magic Cup Becher ist übrigens super, den haben wir auch.

    Bei uns läuft das Einschlafen ähnlich ab, nur noch nicht ganz so selbstständig wie bei euch. Abendsessen, Zähneputzen, Umziehen und dann gehe ich mit dem kleinen Kringel und einer Flasche mit warmem Wasser ins Schlafzimmer. Der Raum ist bereits abgedunkelt und das Nachtlicht leuchtet. Ich setze mich dann aufs Bett, nehme den kleinen Kringel in den Arm und gebe ihm die Wasserflasche (das machen wir seit 3 Wochen so, vorher wurde er stattdessen gestillt). Während er trinkt erzähle ich ihm leise noch einmal, was wir an diesem Tag gemacht haben. Wenn er schläft, bekommt er einen Kuss auf die Stirn. Wenn er darauf nicht reagiert, lege ich ihn in sein Bettchen und dort schläft er dann weiter.

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    1. Oh wie schön, euer Einschlafritual klingt so innig und liebevoll. Vielen Dank fürs Teilen. Wir waren heute erst beim Kinderarzt und auch er meinte, dieser Becher ist super, weil er im Gegensatz zur Schnabeltasse nicht die Zähne verschiebt. Trinken ist so wichtig, das wurde mir erst bewusst nachdem ich mein eigenes Trinkverhalten unter die Lupe genommen habe, ich selbst greife nachts auch immer zur Wasserflasche, die neben dem Bett steht. Wie schön, dass euer Einschlafritual auch so harmonisch ist. <3

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