What about a perfect day?

Freitag, März 25, 2016

Quelle: Pixabay


Gibt es den perfekten Tag? Den Tag an dem alles super läuft, an dem jede Minute perfekt ist, der so vollkommen ist, als wäre er einem Drehbuch Hollywoods entsprungen? Und zwar einem richtig kitschigen, so einem mit schmalziger Musik und schwülstiger Liebeserklärung vor der romantischen nächtlichen Stadtkulisse New Yorks? Einen Tag, an dem es nur Carrie und Mister Big Momente gibt? An dem man voller Lebensfreude steckt, mit sich im Reinen ist, sich unverwundbar fühlt?  

Ja, den gibt es. Ich hatte schon mehrere perfekte Tage. Tage an denen die Sonne schien, auf meiner Haut und in meinem Herzen. Tage, von denen ich mir gewünscht hätte, sie mögen nie zu Ende gehen. Tage an denen ich einfach nur glücklich war, mit dem Moment, mit mir selbst und meinem Leben. Diese Tage waren oft ungeplant. Sie traten einfach in mein Leben und blieben in meinem Gedächtnis. Feuerwerke der Gefühle oder einfach nur tiefe Emotionen der Stille. Ganz unterschiedliche Momentaufnahmen, einzigartig, nicht wiederholbar aber lebendig in meinem Herzen. Momente mit meinem Geliebten, mit meinen Freunden oder einfach nur Augenblicke der Ruhe. Ein Lied, ein Lächeln, eine Berührung, ein Kuss, eine Umarmung. Freiheit im Geist.

Bewusst gefühlt habe ich das schon lange nicht mehr. Verpflichtungen, Termine, Alltag, das alles lässt die Romantik schwinden. Die Energie nimmt proportional zu den zu bewältigenden Aufgaben ab. Man ist gerade froh, dass man abends nicht komplett auf der Couch kollabiert. 

An welchem Punkt habe ich eigentlich meinen Elan verloren? Wo ging meine Spontanität flöten? Ein schleichender Prozess, der irgendwann zum Normalzustand wurde. (Selbst)Reflexion findet zwar immer noch statt. Zum Beispiel hier auf diesem Blog. Aber meist nur kurz. Gründe gibt es viele: Zu müde, zu beschäftigt, zu aufgedreht, zu wütend, zu abgelenkt. 

Dann passieren plötzlich wieder tolle, schöne Dinge, die absolute "Perfekte-Tag-Momente" Eigenschaften besitzen. Aber man nimmt sie nicht richtig wahr, aus oben genannten Gründen. Gefangen vom Alltag verpasst man irgendwie das halbe Leben und schwups – ehe man sichs versieht, ist es auch schon wieder vorbei.   

Ich möchte das eigentlich nicht. Ich möchte mehr perfekte Tage, mehr schöne Momente. Ich rede nicht von der Liebe zu meiner Tochter. Die ist nicht zu toppen. Ich meine vielmehr dieses unbeschwerte Lebensgefühl als ICH, nicht nur als Mama. 

Was hindert mich also daran, das Schöne zu feiern und zu zelebrieren? Die Antwort ist einfach und liegt auf der Hand: Ich mich selbst. Mein Verstand steht mir im Weg. Man braucht keine „Psychologie für Anfänger“-Ratgeber zu wälzen um dies zu begreifen. Aber die Erkenntnis alleine reicht nicht. Man muss Taten folgen lassen. Den Teufelskreis durchbrechen. 

Heute habe ich damit angefangen. Ich habe mir bewusst Zeit genommen. Für mich. In einem Café habe ich mich ohne Zeitnot verweilt und eine Kalorienbombe zu mir genommen. Jeden Bissen genossen, ohne Reue, ohne schlechtes Gewissen. Ich habe Mäusekind ein Stück vom Tortenboden abgegeben und mit ihr gelacht. Alles um mich rum vergessen. 

Heute brechen lang ersehnte Urlaubstage an, in denen mein Mann frei hat. Ab heute haben wir vier Tage Familienzeit. Paarzeit. Tage, an denen Arbeit, Beruf und Alltagsstress außen vor gelassen werden wollen. An denen nur Schönes auf dem Programm steht! Ausschlafen, Frühstück im  Bett, ein heißes Bad, lange Spaziergänge, Kuschelabende auf dem Sofa mit einem Glas Wein. Ich habe mir schon ein Buch parat gelegt. Selbst wenn ich nur wenige Seiten schaffen werde, es ist zumindest ein Anfang. 

Wir werden Freunde treffen. Das ist alles schon unter Dach und Fach. Und ich freue mich wahninnig. Auf schöne Momente, auf tolle Gespräche, auf unbeschwerte Stunden! 

Es werden leise Momente der Freude sein, keine Explosionen des Glücks. Aber es sind auch die leisen Töne, die die die Musik machen. Man muss nicht immer unter den Sternen tanzen um in den Himmel zu fliegen.
Manchmal reicht ein Lächeln und das Glück ist ganz nah. Manchmal reicht es, um mich zu blicken und die Schönheit zu erkennen. In allen Dingen. In allen Menschen, die uns nahe sind.
Schönheit ist überall und Glück ist manchmal ganz leise. Wir müssen nur genau hinhören und die Hintergrundgeräusche ausblenden.

Achtsamkeit ist der Schlüssel zur Glückseligkeit.


Eure Anna



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