Fair(er) und nachhaltig(er) leben - Ein Selbstversuch

Sonntag, Mai 15, 2016




Bevor ich eine treue Anhängerin von Mama-Blogs wurde und in diese mir neue Welt eintauchte, war ich eine stille aber eifrige Mitleserin von Fashionblogs. Auch heute verfolge ich diese ab und an, aber ich muss zugeben, dass ich mich damit sehr viel weniger als früher beschäftige.

Einer Bloggerin bin ich jedoch nach wie vor treu geblieben: Maddie von DariaDaria. Ich mag sie unglaublich gerne und für mich ist sie authentisch, sympathisch und einfach eine aufrichtige junge Frau, die ihren Weg geht. Nicht weniger beeindruckend ist für mich jedoch, dass sie sich von einer reinen Fashion- zu einer FAIR-Fashion-Bloggerin entwickelt hat. Sie lebt vegan und ist Verfechterin für nachhaltige Mode. Dass sie einen Nerv der Zeit getroffen hat, zeigt ihre große Fangemeinde.

Ernährung und Lebensmittel

Das Thema Tierhaltung und Nachhaltigkeit beschäftigt auch mich in hohem Maße. Bisher hatte ich nur nicht den Elan mich damit wirklich intensiv auseinanderzusetzten und drastische Veränderungen in unserem Leben einzuführen. Vegan zu leben kommt für mich persönlich nicht in Frage, vegetarisch schon eher, aber ich glaube, das Problem liegt vor allem in der Massentierhaltung und nicht im kompletten Verzicht auf Fleisch und tierische Produkte. Ich kann problemlos meinen Fleischkonsum reduzieren und dafür in größeren Abständen das teurere Biofleisch konsumieren, aber: Bio sagt nichts über die Schlachtung aus. Überdies ist es schwer den Fleischverzehr meines Mannes so drastisch zu minimieren. Und es bleibt die Frage nach der Herkunft abgepackter Wurst. 

Bio sagt zwar aus, dass die Tiere artgerechter gehalten (im Klartext heißt das ein wenig mehr Bewegungsfreiheit) und ohne genmanipuliertes und Antibiotika zugesetztes Futter ernährt wurden, es sagt aber rein gar nichts über die Schlachtung aus, denn diese findet nach wie vor im herkömmlichen Schlachthaus statt. Im Grunde käme nur Fleisch aus eigener Schlachtung in Betracht und ich gebe zu, dass ich diese Materie noch weiter eruieren muss. 
Einen sehr guten Artikel, um für das Thema unseres Lebensmittel- und Fleischkonsumes zu sensibilisieren, hat vor einiger Zeit Beatrice Confuss in ihrem Beitrag "Ernährungsüberfluss und mangelndes Bewusstsein" verfasst, den ich euch sehr ans Herz lege.



Ein guter Anfang ist allerdings, dass man bewusster einkauft, Überfluss  und Essenreste vermeidet. Es passiert so oft, dass man einfach planlos Lebensmittel in den Einkaufswagen legt  und in Folge dessen diese verderben und einfach weggeworfen werden, das ist schade und vor allem vermeidbar.  

Essenspläne machen, gezielt einkaufen und vor allem regional und saisonal einkaufen, das ist bereits ein großer Schritt für weniger Verschwendung. 

Saisonales Obst und Gemüse, am besten noch vom Bauern, das keine weiten transatlantischen Wege hinter sich hat, schont die Umwelt und den Klimawandel. Wir haben so viele lokale Bauern, die ihr Obst und Gemüse anbauen, da bedarf es nicht der exotischen Frucht oder des nicht saisonalen Gemüses.  
Christiane von Stylemom hat eine schöne Reihe diesbezüglich auf ihrem Blog ins Leben gerufen, die ich mit Begeisterung verfolge und euch von Herzen empfehle. 

Gemüse und Obst selbst anzubauen, ist ebenfalls eine tolle Alternative, wenn man die Möglichkeit dazu hat. Mein Mann hat bereits vor einigen Wochen diverse Gemüsesorten angepflanzt, ich freue mich, wenn diese endlich Früchte tragen.

Hier seht ihr unsere Zucchini in voller Blütenpracht

Wer saisonale Kochanregungen sucht, der wird ebenso fündig in diesen wirklich genialen Kochbüchern, die ich euch gerne empfehle: Einmal Jamie Olivers "Meine Frühlings-, Sommer, Herbst- und Winterrezepte" so wie die zwei Kochbücher von Sophie Dahl, "Verführerisch, Rezepte für jede Jahreszeit" und "Von Saison zu Saison, Kochen nach den Jahreszeiten" die wunderbar  liebevoll gestaltet sind und tolle Rezepte beinhalten.

Kleidung und Mode

Oh ja, ein schwieriges Thema. Faire Mode kann natürlich nicht mit den Kampfpreisen der Textildiscounter mithalten. Manchmal ist sie sogar richtig teuer und ein Kleid kann schon mal über 200 € kosten. Aber: Ich bleibe dabei: Ich bin der Ansicht, dass Nachhaltigkeit auch bedeutet, dass man weniger und bewusster einkauft. Keine Mode, die nur eine Saison hält, sondern ökologische Mode, die nicht durch das Leid und die Ausbeutung anderer entstanden sind. Qualität statt Quantität. Fairness statt Ausbeutung. Wenn man bedenkt, wieviel Geld man für die Masse an Billigmode ausgibt, dann ist der Gedanke doch nicht abwägig, das gleiche Geld für zwar verhältnismäßig wenige jedoch hochwertigere Kleidungsstücke auszugeben. 

DariaDaria hat auf ihrem Blog eine Liste der ethisch korrekten Labels aufgestellt. Mein Tipp, wem die Teile zu teuer sind (wobei sie im Sale durchaus mit den großen Modeketten mithalten können): Ebay. Dort gibt es eine riesige Auswahl dieser fairen Labels. 

Überhaupt ist es ebenfalls nachhaltig aussortierte Teile zu spenden oder zu verkaufen und somit die Berge von Textilmüll kleinzuhalten. 



Kinderkleidung kaufe ich oft generell SecondHand, die Kleinen wachsen so schnell, dass es sich kaum lohnt, alles neu zu kaufen. Die von Maddie aufgelisteten Modelabels haben überdies zum Teil auch Kindermode im Angebot.

Wie kann ich nun meinen Kleiderschrank nachhaltiger gestalten? In meinen Augen macht es keinen Sinn, alles zu entsorgen und neu zu kaufen. Auch ich habe da jede Menge Teile vom Textilschweden hängen. Doch sich von allem zu trennen, was nicht oft und gerne getragen wird, ist für mich ein erster Schritt. Bei mir wären das wirklich 80 % der Kleidungsstücke. 

Diese Teile kann man also spenden oder weiter verkaufen, dann haben andere noch Freude dran. Komplett nur fair zu kaufen ist sicherlich eine Lebenseinstellung, die nur langsam vollzogen werden kann.  Allerdings ist es meiner Ansicht nach schon ein erster wichtiger Schritt sich für das Thema zu sensibilisieren und bewusster einzukaufen.

Ich möchte diese Industrie der Ausbeutung Bedürftiger nicht weiter fördern. Warum? Weil unser Planet und unsere Mitmenschen wichtig sind, wir haben nur eine Erde und sie ist das Zuhause unserer Kinder.

Den Kleiderschrank minimalisieren, nachhaltige Labels bevorzugen und besonders auf Sale und Secondhand-Kleidung achten: Das wird also mein neues Projekt werden. Ist fair zu leben so schwierig? Nein, nicht wirklich, aufwendiger bestimmt.  Aber es sind die kleinen Schritte, die bereits großes bewirken können. Insofern werde ich euch auf dem Laufenden halten. 

Mit Fastfood und Fastfashion können wir in unseren Kindern kein Bewusstsein für unsere Umwelt schaffen. Also, packen wirs an! Seid ihr dabei?
Wie ist euer Einkaufverhalten bezüglich Lebensmittel und Kleidung? Teilt mir eure Erfahrungen mit, oder können wir vielleicht gar gemeinsam daraus ein Projekt entwickeln? Ich freue mich auf eure Kommentare!

Eure Anna



Kommentare:

  1. eine gute Einstellung! & gute Tipps
    LG
    Alex & Birgitta

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  2. Hey ich finde auch Nachhaltigkeit sehr wichtig. Vor allem bei Obst und Gemüse. Was hälst du denn von Smoothies :)?

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    1. An sich gut, wenn ohne exotische Zutaten :-)

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  3. Erstmal danke für´s verlinken. :-) Hab ich beim ersten schnellen Durchlesen garnicht wahrgenommen. :-D

    Die Verschwendung auf allen Kanälen macht mich auch irre. Bei uns ist es im Übrigen auch der Mann, der eine große große Fleischvorliebe hat. Mir ist das to much. Es macht mich auch wahnsinnig, dass alles in Plastik verpackt ist. Das ging doch früher auch ohne. Es ist auch der Mann, der hier ständig neue Plastiktüten anschleppt. Ich habe von zu Hause das Vorbild, man nimmt sich seine Einkaufstasche oder Körbe mit. Eine Tüte kauft man nur im Notfall.

    Das mit der Mode beschäftigt mich natürlich auch. Second Hand einkaufen ist auf jeden Fall schon mal gut. Es wird viel zu viel produziert. Mit den "alten" Sachen, die man nicht mehr trägt, bietet es sich auch an, zu Kleidertauschbörsen zu gehen.
    Ich habe just an diesem Wochenende, den eisigen Temperaturen zum Trotz, meinen Kleiderschrank mal auf Sommer umgestellt und dabei wieder einmal gemerkt, dass ich nur 2 Teile habe, die ich noch nie an hatte. Alles andere ist mehr oder weniger immer mal im Einsatz. Ich habe nicht wenige Klamotten. Aber es gibt auf jeden Fall Leute die deutlich mehr haben. Allerdings kaufe ich garnicht so oft und so viel neu. Ich kaufe etwas neues, wenn ich etwas altes ersetzen muss. Das ein oder andere Teil hatte es dann doch so richtig hinter sich. Und dann ziehe ich los.
    Eher ist es so, dass ich Kleidung sammele. Manche Teile begleiten mich seit nun mehr 20 Jahren. Manches, was ich irgendwann nicht mehr sehen konnte, habe ich ins "Zwischenlager" gepackt und einfach mal ein paar Jahre nicht mehr angerührt. Und dann kommt manchmal ein paar lustige Strumpfhosen, ein tolles Tuch oder ein Oberteil oder was auch immer des Weges und mir fällt ein Kleidungsstück im "Zwischenlager" ein, was sehr gut passen würde. Und schwups ist es wieder total super zu tragen. Ich glaube vieles, was wir im Schrank haben, könnte reaktiviert werden und nochmal zum Lieblingsstück avancieren, wenn man auch einfach mal ganz neue Kombinationen ausprobiert.
    Sowas liebe ich ja. Und wie gesagt, manchmal reicht nur ein kleines neues Teil und ein neues Outfit springt aus dem alten Klamottenfundus.




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    1. Das mit dem Plastik finde ich auch fürchterlich. Alles ist darin eingepackt, vom Salat bis hin zu den Tomaten und Äpfeln. In den Geschäften muss man ja mittlerweile für eine Tüte Geld zahlen und zwar teilweise nicht zu kanpp, das finde ich sehr gut, weil man dadurch diesen ganzen Plastikmüll reduziert, in dem man einfach mal selbst ein Behältnis mitnimmt. Dazu hat Dariadaria auch einen tollen Artikel verfasst: http://dariadaria.com/2016/05/wie-ich-in-7-tagen-80-meines-muells-reduzierte.html
      Ich finde das echt bemerkenswert, dass du nur zwei Teile hast, die du noch nicht getragen hast, bei mir sind das deutlich mehr. Auch Teures hängt bei mir im Schrank mit Etikett. Das ist eine Schande und zeigt mir, dass ich das ganze Zeugs ja eigentlich gar nicht brauche. Aber auch ich habe ein paar Teile von denen ich mich niemals trennen werde, einfach weil ich sie so gerne mag oder gang wichtige Erinnerungne dran hängen. Mein Ziel ist genauso da hinzukommen wo du schon lange bist: Durch Kombination eines neuen Teils mit vielen alten einen kompletten Look zu schaffen! Es gibt ja Leute, die machen sich Polaroids von ihren Klamotten, dann haben sie alles was der Schrank hergibt im Blick. Wäre mir jetzt persönlich zu anstrengend aber es ist per se ein guter Ansatz. Einfacher ist es jedoch so viel zu minimieren, dass man grob weiß was man hat. Mir ist es auch einige Male passiert, dass ich ein Teil in den Tiefen des Schrankes bei Bedarf einfach nicht gefunden habe :-(. Also, bei mir gibt es wirklich noch Verbesserungspotential. Ich befassemich gerade mit dem Konzept "capsule wardrobe",ob ich so drastisch durchziehen kann, ist eher fraglich, aber zumindest reduzieren, das wäre schon mal ein Schritt :-)

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