Frust frustet - Freude erfreut. Warum Kinder glückliche Eltern brauchen

Donnerstag, Mai 12, 2016


So simpel ist das: Wer sich grämt, der hat kein schönes Leben. Sich Sorgen machen, sich abhetzten, abrackern, abmühen - viele Worte um Frust zu beschreiben. Eine Spirale der Unruhe und der Unzufriedenheit. 

In meiner Jugend fiel mir mal ein Buch  in die Hände, das bereits die besten Jahre hinter sich hatte aber auch noch heute aktuell ist. "Sorge Dich nicht - lebe" von Dale Carnegie. Ich bin ehrlich, ich bin ja nicht so der Ratgeber-Typ. Ich mache gerne mein Ding und alles zu psychologisieren, finde ich anstrengend. Denn wir ticken nicht immer nach Schemen und Mustern, sondern sind gefühlstechnisch modular zusammengesetzte Individuen. Geprägt von diversen Einflüssen, ohne Frage, aber alle über einen Kamm scheren, scheint mir nicht dem einzelnen gerecht zu werden … Mag ja sein, dass die Allgemeinpsychologie oft greift, doch ich muss gestehen, ich habe noch nie einen Ratgeber zu Ende gelesen. 

Aber nun zurück zu Carnegie: Ich kam bis zu folgendem Ratschlag:  Man solle seine Ängste visualisieren und sich diese vorstellen wie sie real wären. Stelle dir also das schlimmste vor, was passieren könnte und stelle dich dem. Fühle dich hinein und plötzlich erscheint es mit klarem Verstand nicht mehr so furchterregend wie es sich in der Fantasie oft darstellt. Dieser Satz reichte mir, um das Buch zur Seite zu legen. Er war prägend. Man visualisiert seine Angst und sucht Lösungswege aus ihr heraus. 

Was will ich jetzt damit auf einem Mama-Blog? Ganz einfach. Ich glaube, dass wir unseren Kindern ein sicheres, geborgenes Nest bieten müssen. Unsere Ängste, unseren Missmut projietzieren wir unbewusst auch in die Beziehung zu unseren Kindern.

Ich gebe zu, ich bin nicht davor gefeilt, schlechte Laune zu haben, mir Sorgen zu machen, Ängste habe auch ich. Das ist normal. Aber sie dominieren mich nicht mehr.  Denn: Ich schaue in mein Leben und trotz der  vielen Baustellen und Unzulänglichkeiten halte ich mich für einen von Glück gesegneten Menschen. Ja, beim Hausbau lief alles schief und wir müssen heute noch für unser Recht kämpfen, ja, meine Mutter ist schwer krank und die Lage ist bitter ernst, ja, wir haben sowohl privat als auch beruflich viel Stress und schieben keine ruhige Kugel wie manch anderer. Und jetzt? 

Es ist so wie es ist. Wir können nichts daran ändern. Was schief gelaufen ist, ist schiefgelaufen, wir kämpfen für  unser Recht, meine Mama ist krank und auch hier versuchen wir das beste aus der Situation zu machen. Unser Leben ist stressig, aber wir nehmen uns auch Zeit für uns.  

Unser für andere so unperfektes Leben ist trotz allem Kummer für uns genau richtig. Weil wir uns haben. Weil wir uns lieben. Und weil wir glauben, dass die Wahrheit und die Aufrichtigkeit am Ende siegen. Ich sehe mein Kind an und weiß: "Du hast verdient, glückliche Eltern zu haben. Und wir sehen dich an und wir sind glücklich. Das beste bist du." 

Sich beruflich neu zu orientieren, wenn einem die Tür vor der Nase zugeschlagen wird, finanzielle Einbußen zu akzeptieren, das sind keine Situationen bei denen man in Jubel ausbricht. ABER: Es geht immer weiter. Schließt sich eine Tür, öffnet sich eine andere. Und es gibt so vieles, was das Leben lebenswert macht. Geld macht alleine nicht glücklich. Das Leben hält so viel noch für uns bereit, schlechtes aber auch schönes. Deshalb müssen wir uns auf das Gute darin besinnen, denn Elend gibt es wirklich schon zuhauf. Wir alle haben schon schlimme Zeiten hinter uns und wir alle sind froh, dass wir sie überwunden haben. Falls wir allerdings noch in einem Tornado feststecken, so können wir darauf vertrauen, er wird vorübergehen. 

Und nun zurück zum Mami-Blog: Ich möchte meinem Kind keine heile Welt vermitteln, aber ihm zeigen, dass am Ende alles gut wird. Warum? Weil du geborgen aufwächst. Weil wir dich lieben. Weil du es ein Recht auf eine glückliche Kindheit hast, ein Recht auf fröhliche und mehr oder minder ausgeglichene Eltern. Die auch mal toben, Dampf ablassen, nörgeln, stänkern, weinen. Die sich aber immer wieder fangen, weil Impulse auch heilsam sind, weil Emotionen Prozesse freisetzten.  Man muss nur erkennen, wann es an der Zeit ist, mit dem Frust abzuschließen und Freude und Harmonie wieder Eintritt zu gewähren.

Denn wir sind es uns schuldig. Uns selbst und unseren Kindern! Kinder brauchen Geborgenheit und Liebe. Sich grämende und sorgende Eltern, erziehen Kinder, die sich als Erwachsene grämen und sorgen werden. Also, wenn der Frust wieder immens und unüberwindbar scheint, dann müssen wir uns das wichtigste in unserem Leben visualisieren und uns auf unsere Familie besinnen, gegen die alles andere so klein und unwichtig ist.

So Haters fuck you all. Uns bekommt ihr nicht klein, und euren Missgunst begegne ich mit einem Lächeln, denn das trifft euch doch am meisten und meinem Kind und mir schenkt es gute Laune.



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