Eine Momentaufnahme

Dienstag, August 16, 2016



Ich hatte viele Ideen für neue Blogeinträge. Zwei Wochen Ferien eigneten sich ideal. Mäusekinds Papa und ich hatten uns gedacht, wir chillen auf Balkonien, unternehmen mit unserer Kleinen ein paar Tagesausflüge, werkeln ein wenig im Garten, ausspannen, schlafen, Freunde treffen… Und dann kam das Leben dazwischen. Ich wurde krank und lag richtig flach, dieses vier Tage komplett außer Gefecht sein, ausgeknockt. Wir mussten alles absagen. Ich habe wirklich fast 48 Stunden am Stück geschlafen. Der Körper holt sich manchmal mit Wucht, was er braucht. 


Vieles ist im Alltag manchmal schwerfällig und mühselig.  Es stehen Veränderungen an, die mir Angst machen, das Ungewisse lähmt mich manchmal. Dann schiebe ich die Gedanken zur Seite, aber sie sind im Grunde immer noch da, schlummern im Unterbewusstsein. 
Sind alle Entscheidungen gut? 
Mache ich das Richtige? 
Lohnt es sich wieder von vorne zu beginnen? 

Sich einzugestehen, dass nicht alle Entscheidungen im Leben gut waren, ist hart. Es setzt voraus, dass man sich seinen Dämonen und seinen Fehlern stellt. In den Spiegel schauen, ist nicht immer ein freudiges Ereignis. Glückseligkeit zu finden, ist nicht immer so einfach, denn dazu bedarf es Mut, denn man muss erstmal die Missstände benennen und ausmerzen. 

Ich habe notgedrungen abschalten müssen. Mein Körper brauchte Erholung. Es war wie ein Winterschlaf, während meine Gliedmaßen gegen die Krankheit ankämpften und ruhten, erholte sich auch mein Kopf. 

Und dann kam die Erkenntnis, die mich hat wieder aufleben lassen: Im Fieberdelirium hörte ich das Lachen und die Schritte meiner Tochter. Ihre kleinen Füße über unseren Boden rennen und trippeln, ihre helle, klare Stimme mich, ihren Papa und unseren Hund rufen und ich mochte mir nicht mehr ausmalen, wie es zuvor ohne sie gewesen war. Sie erfüllt unser Haus mit Leben und Glück und Liebe. Zu wissen wo man hingehört, ist ein Geschenk. 

Und dann ist es plötzlich egal wie viele Neuanfänge es bedarf, es ist unwichtig, dass und wie oft man scheitert, weil  jedes Scheitern eine neue Chance bietet. Liebe ist die Antwort. Auf alles. Einfach immer. Egal wie abgedroschen das jetzt klingen mag. Sie treibt uns um, sie macht uns schwach, sie macht uns stark, beflügelt, vernichtet. Ihre Macht ist gewaltig, sie kann heilsam als auch destruktiv sein. Das gesunde Maß ist unser Elixier. Egal was die Zukunft auch bringen mag, manches werden wir nicht vermeiden können. Aber wir können das beste daraus machen, mit der Zuversicht, dass wir zusammen alles bewältigen können.

Und noch eine Erkenntnis für die Zukunft: Alles hat seine Zeit. 

Ich freue mich auf ein bisschen mehr Gelassenheit, neue Energie und spannende Aufgaben. Mit der Gewissheit und dem guten Gefühl zu wissen, wo ich hingehöre. Im Hier und im Jetzt.

Alles Liebe

Eure Anna 


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