Urlaub mal anders - Andekdoten aus dem Familienbett

Donnerstag, Oktober 20, 2016



Wie ich in mehreren Beiträgen (hier und hier) bereits geschrieben habe, bin ich kein großer Fan vom Familienbett. Die Nächte in denen ich unsere Kleine zum Stillen von ihrem Stubenwagen zu uns in Bett holte, waren geprägt von Nacken-und Rückenschmerzen, ich fand keine bequeme Einschlafposition mehr sobald sich unsere Kleine in unserer Bettmitte befand. 

Aus diesem Grund haben wir unsere Tochter recht schnell mit ca. 6 Monaten an ihr eigenes Bett gewöhnt und in ihr Kinderzimmer ausgelagert was per se auch kein Problem darstellte. Sie ist zwar immer noch keine gute Einschlafkandidatin aber wenn sie erstmal schläft, dann  schlummert sie selig die ganze Nacht ohne dass sie nach mir ruft. Die Nächte schläft sie zumeist durch (ein großes Glück, für das ich sehr, sehr dankbar bin).

Natürlich kuschle ich sehr gerne mit ihr und ich tue das auch viel lieber als sie das mit mir tut. Sie ist zwar sehr anhänglich, aber kuscheln im Bett war auch noch nie so ihrs. Und das zu keiner Tageszeit. 

Nun waren wir letzte Woche in Italien um einige Behördengänge zu tätigen und in diesem Zuge auch meine Familie zu besuchen. Wir hielten es für unnötig das Kinderreisebett über die Alpen zu schleppen, auch mit der Befürchtung, unsere Tochter würde darin sowieso nicht schlafen. Eine Woche Familienbett, das wird doch nicht so schlimm sein! Verdrängt waren die Erfahrungen aus ihrem Babyzeitalter.

Ihr Lieben, ich muss euch sagen, es war einfach die Hölle. Von Erholung kann keine Rede sein, der Urlaub hat mich total fertig gemacht und wahnsinnig gestresst. Da unser Aufenthalt in Bella Italia mit diversen Behördengängen und bürokratischen Spitzfindigkeiten gespickt war, kann man unseren Ausflug nicht wirklich als entspannte Familienauszeit betrachten. 

Umso schlimmer war es, dass die Nächte mehr als beschwerlich waren. Unser Kind lag in unserer Mitte. Wir teilten uns alle eine dieser großen Decken, wie man sie in Italien zu benutzen pflegt, die uns alle warm halten sollte. In der Theorie. Denn in der Wirklichkeit sieht es leider so aus, dass Mäusekind es abgrundtief verabscheut, zugedeckt zu werden. Mit Inbrunst und einem hohen Maß an Hartnäckigkeit strampelt sie jede Bedeckung von sich. 

Das hatte natürlich zur Folge, dass auch wir keine wärmende Bettdecke mehr hatten und das Wetter war wirklich abscheulich. Von wegen südländische Temperaturen: Regen, Regen und kuschelige 10 Grad am Tage. Ich fror und bibberte. 

Mäusekind indes versuchte sich Raum zu schaffen und wälzte sich die ganze Nacht  wild zwischen uns frierenden Eltern umher, drehte sich um die eigene Achse, strampelte und verteilte Fußtritte in mein Genick, Fausthiebe in Papas Gesicht und wirklich üble und heimtückische Attacken, die bereits ausgefeilte Nahkampftechniken revolutionieren würden. Es war ein Krampf, immer die Angst im Nacken nach der nächsten willkürlichen, doch stets harten körperlichen Züchtigung. 

Ausgefroren und völlig erschöpft haben wir irgendwie die 6 Nächte überstanden und waren heilfroh, als wir endlich wieder unser trautes Bett zuhause zurückerobert hatten und Mäusekind wieder selig in ihrem Kinderzimmer nächtigen konnte. 

Und die Ironie der Geschichte, sobald wir die die Grenze überschritten und deutschen Boden unter den Füßen hatten, wurden wir von einem wunderbaren spätsommerlichen Sonnenschein begrüßt. Na, wenn das kein gutes Omen war? ;-)

Alles Liebe

Eure Anna


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