Wer zuletzt lacht - ein #Rant

Mittwoch, Dezember 14, 2016




Im Moment werde ich von Vielen müde belächelt. „Die studiert wieder?“ „Was will die in ihrem Alter denn?“ „Und überhaupt, die schafft doch die Verbeamtung doch nie.“ „Das sind doch nur Luftschlösser und außerdem ist das doch am Ende eh alles für die Katz.“ „Die soll sich doch mal lieber auf ihre Familie konzentrieren und sich um ihr Kind kümmern.“ „Die schafft das doch eh nicht und bricht das wieder ab.“ „Können die sich das überhaupt leisten, wenn die jetzt studiert?“ "Das arme Kind muss ganztags in den Kindergarten - unfassbar."
Diese und noch ganz andere Kommentare werden hinter meinem Rücken losgelassen. Natürlich nie direkt ins Gesicht, das traut sich nämlich niemand. Ganz im Gegenteil von den gleichen Personen hörte ich Aussagen wie: „Das finden wir super, dass du es nochmal wagst und weitermachst trotz deines schrecklichen Verlustes.“

Ganz ehrlich, so viel Verlogenheit ist wirklich unfassbar und eigentlich ein Armutszeugnis für diese Personen. Es geht doch im Grunde außer meiner Familie und mir niemanden etwas an, was ich tue und wie ich mein Leben gestalte. Wir drei müssen mit uns im Reinen sein. Das ist alles was zählt.

Trauer - und das Leben danach

Samstag, Dezember 10, 2016





Seit gestern vor genau vier Wochen habe ich keine Mama mehr. Ich wandle durch meinen Alltag, bin in meinem Herzen zwar immer noch Tochter, aber fühle mich nicht vollständig, bin nicht ganz, treibe im luftleeren Raum. 

Es war ein schwarzer Tag, der 9. November, ein Tag, der mich niemals wieder mehr loslassen wird. Ein Tag, der so dunkel war, so voller Schmerz, so voller Trauer, so voller Unfassbarkeit. 

Ich war da, als du gingst. Der Anruf aus dem Krankenhaus kam um 6 Uhr in der Früh. Als ob mein Unterbewusstsein es geahnt hätte, war ich bereits seit 5 Uhr wach. 

Ich fuhr gleich los, setzte mich an dein Bett, hielt deine Hand, weinte, betete für dich. Ich streichelte deinen Kopf und umarmte dich, konnte und wollte mir niemals vorstellen, dass dies die letzten Stunden sein würden, die mir mit dir gewährt sein sollten. Ich habe viele Tränen geweint. Als du gingst und all die Wochen danach. Ich glaube, du hast gespürt, dass du nicht alleine warst, Mama, dass ich bei dir war, in deiner und auch in meiner schwersten Stunde.