Wer zuletzt lacht - ein #Rant

Mittwoch, Dezember 14, 2016




Im Moment werde ich von Vielen müde belächelt. „Die studiert wieder?“ „Was will die in ihrem Alter denn?“ „Und überhaupt, die schafft doch die Verbeamtung doch nie.“ „Das sind doch nur Luftschlösser und außerdem ist das doch am Ende eh alles für die Katz.“ „Die soll sich doch mal lieber auf ihre Familie konzentrieren und sich um ihr Kind kümmern.“ „Die schafft das doch eh nicht und bricht das wieder ab.“ „Können die sich das überhaupt leisten, wenn die jetzt studiert?“ "Das arme Kind muss ganztags in den Kindergarten - unfassbar."
Diese und noch ganz andere Kommentare werden hinter meinem Rücken losgelassen. Natürlich nie direkt ins Gesicht, das traut sich nämlich niemand. Ganz im Gegenteil von den gleichen Personen hörte ich Aussagen wie: „Das finden wir super, dass du es nochmal wagst und weitermachst trotz deines schrecklichen Verlustes.“

Ganz ehrlich, so viel Verlogenheit ist wirklich unfassbar und eigentlich ein Armutszeugnis für diese Personen. Es geht doch im Grunde außer meiner Familie und mir niemanden etwas an, was ich tue und wie ich mein Leben gestalte. Wir drei müssen mit uns im Reinen sein. Das ist alles was zählt.

Diese Menschen warten nur darauf, dass ich scheitere, dass ich aufgebe und sie dann süffisant (natürlich wieder hinter meinem Rücken) ihre Schadenfreude kundtun, mir aber gleichzeitig tröstend auf die Schulter klopfen und mir heuchlerisch ihr Verständnis und ihr Bedauern entgegenbringen.

Ich könnte KOTZEN! Traurig, wenn man hinterrücks immer alles schlecht machen muss. Warum interessieren sie sich überhaupt für meine Lebensentscheidungen? Keiner muss sie gut heißen, damit kann ich leben. Womit ich aber nicht leben kann, das ist Verlogenheit.

Es gibt das Sprichwort, dass Menschen, die lästern, mehr über sich aussagen als über die Person über die sie schlecht reden. Und es gibt noch ein weiteres italienisches Sprichwort, das besagt, dass die Zunge sich immer dort reibt, wo der Zahn schmerzt. Ja, so ist es!

Es ist denjenigen also  wohl ein großes Dorn im Auge, wie ich mein Leben gestalte. Danke, dass ihr meiner Person so viel Bedeutung beimesst, ich wusste gar nicht, dass ich solch großen Eindruck bei euch hinterlassen habe. Eigentlich ist Euer Verhalten als Kompliment aufzufassen.

Wie traurig ist es denn im Grunde, wenn man sich nicht für jemanden von Herzen freuen kann, sondern alles nur vorheucheln muss. Wie trostlos und düster muss das eigene Leben eigentlich sein? Wahrscheinlich sind diese Menschen gefangen in ihrem Alltag, haben keinen Mut sich selbst zu verwirklichen und/ oder sind im Grunde einfach nur ziemlich unglücklich. Das tut mir ehrlich leid, wirklich. Aber das gibt ihnen lange nicht das Recht, so über mich zu urteilen.

Ich weiß nicht, ob ich meine Ziele erreichen werde, aber ich weiß, dass ich im Moment Freude daran habe, an dem was ich tue, dass ich auch viel ehrlich gemeinten Zuspruch erhalten habe, dass mich das alles vom Tod meiner Mama ablenkt und mir hilft den Schmerz zu verarbeiten. 

Meine Mama hat mich in dieser Entscheidung immer bestärkt und ich weiß, dass ich in den letzten Jahren viel geleistet habe, von denen andere Menschen keine Ahnung haben und das ich auch nicht an die große Glocke hängen möchte. Dies geht niemanden etwas an und selbst wenn sie es wüssten, wäre es ihnen ja eh egal, weil sie selbst im Leben nie Opfer bringen mussten, sondern Mama immer noch ihre Wäsche bügelt. 

Ich werde mich nicht schämen für meine Entscheidungen, egal wie sie ausfallen werden, weil ich glücklich bin mit meinem Leben, durch die Menschen, die ich liebe und die mich lieben. Und auch wenn das nur eine Handvoll sind, für mich ist es genug.

Ich weiß auch gar nicht, ob ich als letze lachen will, denn darauf kommt es mir überhaupt nicht an; ich will einfach nur meinen Weg gehen.

Alles Liebe Eure

Eure Anna



Kommentare:

  1. Eine handvoll reicht völlig und auf alle anderen kann man verzichten! Ich überlege selber auch, nochmal ein Zweitstudium zu beginnen - sollte ich einen Platz bekommen... Leute die darüber lästern, haben einfach einen total beschränkten Horizont und haben vermutlich vom Leben noch nicht so ganz viel Ahnung. Alles Gute Dir ❤

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    1. Liebe Frau Marmeladenschuh, ganz lieben Dank für deinen Zuspruck. Ich kann Dir nur raten, es unbedingt zu probieren, denn wenn man nichts wagt, kann man auch nicht wissen, ob es das Richtige für einen ist. Ich drücke auch Dir ganz fest die Daumen, dass du all das erreichst, was Du Dir vornimmst und dich glücklich macht. Eine feste Umarmung, Anna <3

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  2. Liebe Anna, lass Dich nicht unterkriegen. Gehe Deinen Weg so wie Du ihn für richtig hälst. Das wichtigste ist, dass es Dir und Deiner Familie gut geht.
    Und denk an das schöne Zitat von Wilhelm Busch:
    Der Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung.
    Alles Liebe Kristina

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    1. Liebe Kristina, Du sagst das wichtigste überhaupt, dass es meiner Familie gut geht. Natürlich ist alles ein Balanceakt, aber ich bin sehr froh, dass mein Mann mich in meinem Vorhaben unterstützt und mir auch einiges abnimmt, so viel er eben kann. Neid und Missgunst schaden ja eignetlich nur denjenigen, die diese Gefühle hegen, da gebe ich dir Recht. Man vergisst das nur sehr schnell, weil es erstmal weh tut. Eine Umarmung! Anna

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  3. Anna, du packst das super! Lass dich bloß nicht ärgern und nimm es als Ansporn deine Ziele zu erreichen!

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    1. Ohhh, dankeschööööön! Ich freue mich so sehr über deinen Zuspruch! ❤❤❤

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  4. Hallo Anna! Die Erfahrungen, die Du gerade machst, kommen mir bekannt vor. Vor einigen Jahren habe ich einen guten Job aufgegeben, um ein zweites Studium zu machen. Der Gegenwind, der mir damals entgegengeblasen ist, war hart. Ich würde das alles bitter bereuen und mich bald ganz unten wiederfinden. Eine Zeit lang haben mich die Reaktionen meiner Mitmenschen sehr runtergezogen. Aber ich habe auf mein Herz gehört und meine Interessen weiterverfolgt. Heute - 10 Jahre später - kann ich sagen, dass die Entscheidung für mich absolut richtig war. Ich konnte das Studium abschliessen und habe tatsächlich (man sollte es kaum glauben) wieder einen Job gefunden - sogar einen besseren als den, den ich damals aufgegeben habe. Lange Rede, kurzer Sinn: lass Dich nicht von dem Gerede anderer beeindrucken. Die sind nur neidisch, dass Du Dich was traust!

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    1. Liebe Biene, ich freue mich so sehr, dass deine Entscheidung genau die richtige für dich wahr, dass du nun glücklich bist und sich trotz aller Widerstände alles zum Guten gewendet hat. Ich glaube auch, dass man auf sein Bauchgefühl hören sollte, wenn man es nicht tut, dann bereut man es ein Leben lang, weil man eben dann auch nicht weiß, ob es vielleicht doch alles verändert hätte. Vor allem vergessen die anderen immer, dass es durchaus kein leichter Weg ist von vorne zu beginnen, sondern, dass es Überwindung und Mut braucht, aus dem vertrauten Trott auszubrechen und etwas neues zu riskieren. Ich freue mich wahrlich sehr für dich und deine Geschichte macht mir Mut! Alles Liebe, Anna

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  5. Liebe Anna, ich habe dieses gerade woanders auch gepostet. Mir hat eine Trainerin einmal, als ich ihr vorgejammert hatte, wie häßlich ich wäre und wie blöd und dumm und dusselig, gesagt, Eva, du bist absolut perfekt für dein jetziges Leben. Ich fuhr beseelt vom Allgäu nach München, nachhause, und dachte immer wieder über diesen wunderbaren Satz nach. Ich fühlte schon seine Wirkung. Plötzlich im Stau kam ich auf die Idee, dass ja nicht allein auf der Welt perfekt sein konnte. Nein, der Satz bedeutet, dass ihr alle meine Mitmenschen auch perfekt seid. OH, das ist ja fein, ich brauche niemanden mehr zu verachten, niederzumachen, schlecht von ihm zu denken, ihn zu kritisieren............ Das erleichtert das Leben ungemein. Das nimmt das Schwere, Negative aus deinem Leben. Herrlich. Aber dann ohje, die Frage, warum komme ich denn nun mit den anderen auch so perfekten Menschen nicht gut aus. Und es ploppte nach einiger Zeit des Nachdenkens eine Idee aus meinem Kopf "wir sind nicht alle mit allen kompatibel". Deine Perfektion, liebste Anna, die passt nicht zu der der anderen, die schlecht über dich reden, außerdem haben diese wohl die Sache mit der Perfektion noch nicht gehört oder begriffen. Es gibt niemandem einen positiven Impuls, schlecht über andere zu denken oder zu reden, aber es hellt dein Leben auf, wenn du ganz fest auf deine eigene Perfektion vertraust und auch anderen so begegnest, als wären sie auch alle perfekt. Viele Menschen wollen das Wort Perfektion auf dich oder sich oder andere bezogen nicht hören. Sie meinen, sie müssten "das Krokodil" in sich und in mir bekämpfen. Die Menschen stutzen sehr, wenn ich sage, ich sehe keine negativen Seiten an mir, ich finde da nichts zum Bekämpfen. Ich diesem Sinne, Anna, alles was du tust und tun willst, ist perfekt für dich, und für niemanden sonst muss es perfekt sein. Fremde, die ich für dich bin, umarme ich dich ganz herzlich und wünsche dir viel Erfolg und glaube an die Perfektion. Eva

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    1. Liebe Eva, ich freue mich unglaublich, dass Du hier kommentiert hast und mich an deiner Erkenntnis Anteil haben lässt. Deinen Blickwinkel Dinge so zu betrachen, ist unglaublich bewusstseinserweiternd und befreiend. Es ist eine Offenbarung, denn plötzlich erscheinen all der Gegenwind und all die Querulanten einfach nur nichtig. Diese Perspektive werde ich versuchen ab heute immer einzunehmen!Ich danke dir wirklich von Herzen und umarme dich! Alles Liebe, Anna

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