Eines Tages werden wir alt sein - Das Streben nach Glück

Montag, Januar 02, 2017




Das neue Jahr ist angebrochen, neue Ziele, neue Herausforderungen, neue Aufgaben und unerwartete Situationen werden auf uns warten und uns vor neuen Entscheidungen und vor neuen Weggabelungen stellen. Wir nehmen uns viel vor, haben Pläne, Ziele, Dinge und Situationen, die wir ändern und bewältigen wollen, schönes, das es zu leben und zu ergründen lohnt, aber auch Ungewisses, das uns Angst macht und uns lähmt. Wir tauschen uns Glückwünsche aus, dass alle unsere Begehren und Erwartungen in Erfüllung gehen, dass wir den richtigen Weg einschlagen mögen, die richtige Entscheidung treffen, unsere Pläne verwirklichen können. 

Wunschlos glücklich zu sein, ist bei all dieser neujährlichen Anbruchsstimmung jedoch nicht mein Ziel. Ich bin nicht wunschlos glücklich, niemals werde ich das sein. Klingt das traurig und hoffnungslos? Für mich nicht, denn ist es nicht die Sehnsucht, das Feuer, das uns antreibt? Uns nach Größerem streben lässt, uns über uns hinauswachsen und uns zu Bestleistungen antreibt, es ist die Flamme des Lebens, die uns anspornt. Glück ist oft nur der Moment, ein Lächeln, eine Umarmung, ein verschwörerischer Blick, eine flüchtige Berührung, ein leidenschaftlicher Kuss. 

Dankbarkeit ist eine große Säule in meinem Leben, denn ich bin dankbar, für Erlebtes, dankbar für meine Mitmenschen, die mir am Herzen liegen, für das Lachen und das Leben, das ich erfahren darf, die Liebe, die mir zuteil wurde und täglich zuteil wird und die ich weitergeben darf. 

Dennoch hadere ich oft mit meinen Leben, mit all den Fehlern und all den Imperfektionen, die ich gerne ausmerzen würde, und ich merke, dass das Leben ein ständiges Ringen ist, es ist der Versuch, ein Gleichgewicht zu finden, eine Balance zwischen Arbeit und Vergnügen, zwischen Ästhetik und Gewöhnlichkeit. Doch wer ein aufregendes Leben führen will, kann nicht im Mittelmaß verharren. 

Und ja, ich will niemals im Mittelmaß verharren! Klingt das arrogant, hochnäßig, vermessen? Vielleicht mag es sich so anhören, doch für mich ist es das innere Feuer, das was mich antreibt. "Eines Tages werden wir alt sein, Baby, werden wir alt sein", so beginnt Julia Engelmann ihren Poetry Slam und spricht über die Sehnsüchte und verpassten Augenblicke, denen wir eines Tages vielleicht nachtrauern werden. 

Trauer und Schmerz sind Bestandteile unseres Lebens, ohne sie könnten wir nicht genießen und uns an all den schönen Momenten erfreuen, denn wir wüssten das Gute nicht zu schätzen. 

Wenn ich alt bin, dann möchte ich zurückblicken auf all die Herzrasen-Momente, die mich lebendig fühlen lassen, die mich erfüllen mit Leben, mit Freude, ja, mit dem verdammten Adrenalin, das meine Adern durchzieht. Mittelmaß hat noch nie die Welt verändert. Wir sollten Spuren hinterlassen, Spuren der Liebe, Spuren des Glücks, Spuren der Sehnsucht, Spuren der Glückseligkeit. 
Das Leben kann niemals vollkommen sein, denn dann wäre es  kein Leben.

Alles Liebe

Anna


Kommentare:

  1. Jaaaa! Auf geht´s ins Abenteuer Leben! Etwas wagen. Manchmal dabei scheitern, viel öfter aber gewinnen. Manchmal auch erst im Rückblick erkennen ob gut oder schlecht. Wer nicht wagt, steht still.
    Wenn ich daran denke, was ich schon alles gemacht habe, dann war das meiste immer für etwas gut. Und selbst aus den wenigen Dingen, bei denen ich denke: " Hättest du dir eigentlich besser verkniffen..." oder "Das war peinlich." Auch diese Dinge sind gut, denn daraus lernt man.

    Also los! :-D

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    1. Ja, genau so ist es!Aus allem lernt man, alles ist eine Lektion für mehr Mut oder mehr Vorsicht, für mehr Reflektion oder mehr Kopflosigkeit. Alles, alles hat seine Berechtigung, nur der Stillstand, der darf nicht die Überhand gewinnen. Los ins Abenteuer, los in Unvernünftigkeiten, los in Kopflastigkeiten, einfach los ins Leben :-)

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  2. Dir ein frohes Neues! :)
    Wollte eigentlich schon so oft dir schreiben, aber kam nicht dazu. Wurde immer unterbrochen.

    Ich bin gespannt wohin deine Wege noch führen, mit all den Aufgaben die du dir stellst. Ich bin ganz deiner Meinung, dass man nicht wunschlos glücklich sein kann. Man wünscht sich doch immer etwas und arbeitet darauf hin. Nur in manchen Dingen ist man wunschlos glücklich :)

    LG
    Bammy

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    1. Oh, danke liebe Bammy. Auch dir ein frohes neues Jahr ! (Habe erst jetzt gesehen, dass du was hier geschrieben hast, sorry für die späte Antwort). Auch ich bin gespannt, wohin es mich führt, ich mache mir auch keinen Druck, es ist alles gut so wie es ist. Man kann immer nur zu höherem streben, aber Druck ist hier ersteinmal nicht willkommen ;-). Ja, manches ist einfach auch perfekt, so wie es ist. Meine Tochter zum Beispiel ;-). Ich umarme Dich! LG, Anna

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