Willkommen in der Mama-Papa-Realität

Samstag, Januar 21, 2017


Ihr Lieben, machen wir uns nichts vor, es ändert sich so einiges, sobald man im Beziehungsalltag angekommen ist und natürlich nochmal massiv, nachdem man Eltern wird. Beatrice Confuss und Nina von Du und Dein Kind haben das sehr schön geschrieben, was keiner wirklich ausspricht, aber viele Paare mitmachen. Als frische gebackene Familie wird der ganze Alltag auf den Kopf gestellt, alles dreht sich um den Neuankömmling und das Paar wird nun zur Familie. Eine ganz neue Konstellation, in der jeder seinen Platz finden und sich in seine neue Rolle mit vielen neuen Aufgaben hineinfinden muss. Es herrschen Unstimmigkeiten, Streit, manchmal Unverständnis, körperliche Nähe findet erstmal gar nicht mehr statt. 

Was war Sex überhaupt nochmal? Will man das überhaupt je wieder praktizieren, wenn das Ergebnis einen dann Tag und Nacht auf Trab hält??? NIE WIEDER SEX: VOLLKOMMEN ÜBERBEWERTET. Nein, kleiner Spaß am Rande, ihr wisst aber bestimmt, was ich meine.  Der Alltag holt die Romantik eben irgendwie ein. 


Ich gebe zu, man lässt manchmal so einges schleifen. Überforderung, Dauermüdigkeit und ein extremer Schlafmangel lassen uns zu Höhlenmenschen mutieren. Ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber ich gehe seit ich Mama bin, nicht mehr topgestylt aus dem Haus. Früher wäre das undenkbar gewesen. Ohne Makeup vor die Haustür. NOWAY. Heute bin ich froh, dass ich es noch aus der Jogginghose schaffe. 

Wie war das Leben eigentich vor dem Kind? Traute Zweisamkeit, romantische Spaziergänge, Candlelightdinner mit dem Liebsten. Heute: Action zu dritt von früh bis spät: Alles aufregend, an die die frische Luft und zwar schnellen Schrittes, um selbst wieder wach zu werden und um den Nachwuchs noch schneller zum Einschlafen zu bewegen. 

Restaurantbesuche mutieren zu einem Erlebnisgastronomie-Event: Körpererfahrungen der Kleinen gepaart mit kunstvoll verschmierten Essensresten überall, garniert mit: "NEEEE, mag ich nicht, bähhh, Mama soll das essen", angesabberte Lebensmittelreste und krümelige Tischdecken, peinlich berührt, ob man sich in diesem Lokal jemals wieder blicken lassen kann. 

Reizwäsche? Um Gotteswillen, wer hat diese Folterinstrumente denn eigentlich erfunden?  Wer bitteschön möchte sich in so hauchdünne Teile quetschen, die alle Inperfektionen zur Geltung bringen? Fail! Megafail. Baumwollunterwäsche ist ein Segen und sooo bequem. Da sind ja auch immer so hübsche Muster und Prints drauf. Blümchen machen ja bekanntlich jung, da fühlt man sich gleich wieder in die Pupertät versetzt! 

Und der Papa der bringt jetzt gerne mal den Müll runter und braucht dafür geschlagene 30 Minuten, wahrscheinlich sieht er diese einst lästige Aufgabe als ME-Time Moment und als Entspannung pur, vor tobender Ehefrau und weinenedem Kleinkind.

Ihr Lieben, so ganz extrem ist es natürlich nicht, aber das Leben macht eine 180 Grad Kehrtwende, sobald man Eltern wird. Man lernt die eigenen Bedürfnisse zurückzuschrauben, sich anzupassen, Prioritäten zu setzten und nach dem ganzen anfänglichen Chaos tritt ein mehr oder weniger routinierter Alltag an Stelle von Überforderung und Stress. 

Klar, man ist als Eltern Tag und Nacht gefragt, man muss organisieren, improvisieren und das ständig. Das wichtigste ist aber dennoch, dass man sich nicht aus dem Augen verliert, dass man gemeinsam an einem Strag zieht, auch wenn es manchmal verbal knallt und man aneinander gerät. 

Auch Streit ist wichtig und trägt dazu bei, negative Energien zu entladen. Nachdem ich meinem Unmut kund getan habe, fühle ich mich gleich viiiiiel, viel besser. Ob sich meine bessere Hälfte auch besser fühlt, wage ich zu bezweifeln. Nein, kleiner Spaß. 

Man darf niemals vergessen wer man ist. Das ist das Geheimnis einer guten Beziehung. Denn man ist nicht nur Eltern, man ist ein Individuum mit Vorlieben und Abneigungen, Macken und Marotten, aber auch mit Vorzügen, ganz vielen Vorzügen. Wir vereinen viele Widersprüche in uns und deshalb sind wir doch ganz wunderbar, so wie wir sind. 

Also, wenn der Stress mal wieder überhand gewinnt, tief durchatmen, Kaffe trinken, Musik anmachen, Liebsten in den Arm nehmen oder noch besser sich in den Arm nehmen lassen und einfach drüber Lachen. Denn Lachen ist und war schon immer die beste Medizin!


Alles Liebe,

Eure Anna

No Comments Yet, Leave Yours!