Mutter werden ist nicht schwer, es zu sein dagegen sehr

Montag, Februar 06, 2017


Wenn ich an meine Tochter denke, dann fühle ich Liebe. Pure, tiefe, unendliche Liebe. Sie ist der Grund, der meinen Tag erhellt, egal wie schlimm und zermürbend er auch gewesen sein mag. Wenn sie mir ein Lächeln schenkt oder ihre Arme nach mir ausbreitet während sie freudestrahlend auf mich zurennt und ihre helle Stimme erklingt, dann geht mein Herz auf. Wenn sie ihr Köpfchen auf meine Schulter legt und "Mama lieb" murmelt, dann könnte ich vergehen vor Glück. Dann ist es so als würde mein Herz zerspringen vor Liebe. Jeden Tag bin ich dankbar für dieses wunderbare kleine Wesen, das immer größer wird und unser aller Welt komplett auf den Kopf gestellt hat.

Aber natürlich gibt es auch jene Tage, an denen alles schwer fällt. An denen man kaum noch Energie hat, sich selbst ins Bett zu schleppen, man keine Kraft mehr hat, das Kind in den Schlaf zu begleiten, einen Wutanfall abzudämpfen oder einfach nur ihrem Spiel- und Bewegungsdrang nachzukommen. Tage, an denen man sich gerne einfach nur verkrümeln würde unter die Decke, abgeschottet von der Welt. Auch diese Tage gibt es, an denen man ungeduldig und gereizt ist und unrecht handelt. Tage an denen man tadelt, zurechtweist, ermahnt. Diese Tage gibt es und sie wegzuleugnen wäre Selbstbetrug. Tage, an denen die Ungeduld Überhand nimmt, an denen nichts schnell und gut genug geht. An denen man all seine letzten Reserven zusammenkratzen muss, um nicht zu explodieren und sich zusammenreist. An denen man mal für ein zwei Stunden die Verantwortung gerne einfach mal abgeben würde.