Wenn's mal wieder Kacka läuft

Mittwoch, März 29, 2017



Ja, richtig gelesen. Im folgenden Artikel wird es unappetitlich; es geht nämlich unter anderem in der Tat um Auscheidungen. Aber erstmal ganz von Vorne:Wir befinden uns in der sog. Trotz- und Autonomiephase - ich glaube mal gelesen zu haben, dass man das so nennt. 

Insgesamt ist die Stimmung hier zuhause also eher schlecht. Meine, ach was sag ich, unser aller Nerven, werden täglich strapaziert. Mäusekind pfeffert meine Sachen durch die Gegend, tobt und weint, wenn sie ihren Willen nicht bekommt, sie ist launisch und lässt alle lautstark an ihrem Unmut teilhaben. Seit ca. einer Woche tobt hier ein Guerillakrieg: Man versucht uns zu entmachten und dabei sind wir unter Dauerbeschuss. Ich meine, wir können kaum verschnaufen, schon kommt eine neue Attacke. Mäusekind ist zäh und voller Energie. Wir hingegen sind alt, müde und abgekämpft. 
Mal will sie eine Nana (Banane), dann schält man sie und serviert sie ihr in mundgerechte Stücke, schon hat sie es sich anders überlegt und randaliert, sie will doch lieber einen Keks. 

Unterbindet man hingegen Dinge, die ihr Spaß machen, aber unsere Wohnung zerstören, dann geht hier die Alarmsirene an. Zum Beispiel findet sie es mega spaßig das Badezimmer unter Wasser zu setzten, greift man ein und  sperrt die Badezimmertür zu, damit sie nicht mehr rein kommt, wirft sie sich auf den Boden und weint. 


Herrjeh, also damit kann ich schlecht umgehen. Diese Wutanfälle machen mich echt fertig. Im Moment muss ich ständig ein Auge auf sie haben, weil sie irgendetwas anstellt. Und gerade nun, wo ich für Klausuren lernen muss, ist das Timing für Trotz und Rotz natürlich formidable. Oh lala, wo ist denn nur meine Unbeschwertheit geblieben? Ach ja, die besaß ich ja noch nie, ich bin eher die Sorte Problemwälzer.

Nun zurück zu Fräulein Motzki: Seit einiger Zeit setze ich sie immer mal wieder aufs Töpfchen, da sie manchmal signalisiert hatte, dass sie mal muss. Leider passierte das immer nur außer Haus, so dass kein Töpfchen in der Nähe war. Zuhause probierten wir dann immer wieder. Sie setzte sich auch belustigt drauf, aber im Endeffekt geschah nichts.

Heute im allmorgentlichen Chaos passierte dann die Katastrophe: Während ich versuchte mich in meine Jeans zu pressen (ich muss mal wieder abnehmen),  und Papa seine Aktentasche packte, war Mäusekind kurz unbeaufsichtigt. Plötzlich hörte ich ein histerisches "NEEEEEEEEEEIIIIIIIN, NEEEEEEIIIIIIIN" vom Mann. Sehr ungewöhnlich, sowohl die Tonlage als auch der Aufschrei sind uncharakteristisch für ihn. Er ist eher der gesetztere, ruhigere Typ (im Gegensatz zu mir). 

"Was ist denn los?" rief ich durch unser Schlafzimmer in den Flur leicht panisch. "Komm schnell" kreischte er weiter. Ich dachte schon, Mäusekind, alias Miss Motzki, hätte sich ernsthaft verletzt und eilte mit halbgeöffneter Hose in den Gang. Ja, der Anblick, was soll ich sagen, machte mich sprachlos: Mäusekind hatte sich ihrer Windel entledigt und überall ...ihr wisst schon. 

"Kacka gemacht", sagte sie stolz. Mein Mann packte sie und steckte sie sofort in die Wanne, während ich mich auf der Suche nach dem Haufen machte. Ja, ich musste ihn suchen. Und fand ihn schließlich an meinem Lieblingsplatz, der Leseecke im Flur, schön auf dem Teppich plaziert neben dem marokkanischen Pouf, den ich meiner Mama abgeschwatzt hatte. Während also der Mann das Kind schrubbte, schrubbte ich den Teppich und beseitigte das Malheur. 

Nachdem das Kind und der Teppich wieder glänzten, machten wir uns gemeinsam auf die Suche, diesmal nach der Windel von der weit und breit nichts zu sehen war. Also fragte ich schließlich Mäusekind: "Wo ist denn deine Windel?" Und sie nahm mich an die Hand, führte mich ins Kinderzimmer und zeigt auf die sorgfältig zusammengelegte Windel, die sie in das Regal vom Wickeltisch deponiert hatte. "Da isse Windel" tönte sie mit stolzgeschwellter Brust.

Wir waren erstmal sprachlos. 

Und ziemlich erledigt. So ein Andrenalinschub am Morgen war zuviel, eine Überdosis sozusagen.

Kennt ihr das auch? Ach ja, bestimmt, wer kennt nicht diese Trotzphasen? Wie geht ihr damit um? Was muss ich tun, um mir ein dickeres Fell zuzulegen? 

Übrigens, während ich diesen Artikel verfasst habe, hat sie im Bad mein Makeup gefunden und großzügig im Waschbecken verteilt. 

Ich glaube, ich brauche einen Schnaps.

Prost, Ihr Lieben.

Eure Anna

Kommentare:

  1. Oh weh! Aber ich musste auch lachen beim Lesen. Sorry! Ein Schnäppschen hilft! :-D
    Das ist zum Mäusemelken mit den trotzigen Phasen. Halte durch! Es wird sich wieder einspielen zwischen euch. Ich hoffe, dass euch solche "lustige" Guten Morgen Überraschungen zukünftig erspart bleiben. Hier läuft es Toilettentechnich mit der Jüngsten übrigens auch "rückschnittig". Sie ging einst versiert für ein paar Tage auf Toilette, weigert sich aber derzeit KEINE Windel zu Tragen und macht auch nur da rein. Zum Glück ohne sie dann alleine auszuziehen. Ich hoffe auf den Sommer. Da wird sich das mit dem Toilettengang wahrscheinlich von alleine erledigen. War bei den Geschwietsren auch so.

    Ich wünsche dir gute Nerven!

    LG

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    1. Dankeschön :-). Ja, gute Nerven braucht man schon als Eltern. Wir mussten im Nachhinein auch lachen, aber in dem Moment war uns nicht zum Lachen zu Mute.Das wiird eine Andekdote über die wir noch sehr viele Jahre lachen werden, glaube ich. Ich hoffe übrigens auch auf den Sommer :-). Da ist eh immer alles besser ;-). Liebeste Grüße!

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  2. Zugegebenermaßen musste ich schon etwas Schmunzeln beim Lesen. Dalla serie: Il buongiorno si vede dal mattino����. Aber andererseits fühle ich mit Dir und kann natürlich sehr gut verstehen, wie diese Trotzphase und die allgemeine Ribellion ganz schön an den elterlichen Nerven zehren! Bei uns geht es zwar nicht allzu "spektakulär" zu, dafür aber haben wir hier zwei Wonneproppen mit eigenem Kopf. Einen richtigen Tipp kann ich Dir aber trotzdem nicht geben. Geduld haben, aber auch Grenzen setzen.
    Viele liebe Grüße und einen hoffentlich besseren Start in den neuen Morgen! Claudia

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    1. Der gestrige Tag in den Morgen war wirklich sehr viel entspannter :-). Mit Kindern braucht man eben starke Nerven, aber jede Phase geht ja zum Glück auch wieder vorbei :-) (und wird durch eine neue ersetzt ;-).
      Eine herzliche Umarmung :-)

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  3. Geht uns nicht anders. Rini wirft sich auf dem Boden, schreit, strampelt, weint. Ich bleibe da relativ gelassen, aber dann rastet mein Freund komplett aus, weil er es nicht erträgt.
    Und dann habe ich zwei davon. Eins liegt schreiend am Boden, während das andere große Kind ins Arbeitszimmer geht mit zuschlagenden Türen. Yippie!

    Das mit dem Töpfchen haben wir Gott sei Dank nicht so... Rini mochte zwar ihr Töpfchen nicht, aber dafür die Trittleiter und der Toilettenaufsatz für unsere Toilette.
    Einmal war aber Papa im Bad und da wollte sie nicht aufs Töpfchen, da gings halt in den Flur. Pullern tut se aber dennoch gern mal auf den Teppich, da sie tagsüber keine Windel trägt. Sie sagt ungefähr 2 Sekunden bevor sie muss, dass sie muss.

    Tipps um das zu überstehen? Sich einzureden, dass es bald vorbei ist :D

    LG und fühle dich mal gedrückt

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    1. Dankeschön. Ich muss zugeben, dass mich die Wutanfälle auch nicht ganz unberührt lassen... Ich weiß auch nicht, vielleicht wird es ja mal besser ;-). Ja, so schnell kann keine Mama rennen ;-). Sie sind eben sehr spontan, die KLeinen ;-). Drück dich zurück!

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