Mehr Mut zum Ich - Die Spuren unseres Lebens

Freitag, Mai 12, 2017


Die liebe Phinabelle hat zur Blogparade aufgerufen und ich möchte nach so vielen wunderbaren Beiträgen auch noch etwas beisteuern bevor die Dateline in einigen Tagen abläuft.

Oft verbinden wir mit Selbstliebe die Akzeptanz unseres Äußeren, das "Mit-sich-im-Einklang-sein", die kleinen Macken akzeptieren lernen, sich so nehmen wie man ist, die eigenen Vorzüge erkennen  und verehren.

Der Weg zur Selbstliebe ist lang und er ist steinig. Die meisten von uns kämpften Zeit ihres Lebens oder kämpfen noch immer mit ihren Dämonen. Ob die Figur, das Alter, ein subjektiv empfundener Mackel das Symptom ist, Ursache ist immer ein zu geringes Selbstwertgefühl. 

Die Angst vor der Abweisung und Ausgrenzung, verletzt, gebrochen von der Umwelt, ja von unseren Mitmenschen. Es sind oft die, die uns umgeben, die uns ein ungutes Gefühl geben. Eine unachtsame Bemerkung, ein böses Wort, es lässt sich steigern bis ins Mobbing. 

Manchmal passieren aber solche Verletzungen gar nicht mit Absicht. Manchmal verstehen wir einfach alles falsch, weil wir einen schlechten Tag haben und uns unwohl fühlen. Dann können  kleine Gesten oder unbedeutende Worte viel schlimmes anrichten schon von Anbeginn der Kindheit an.
Unsicherheit macht uns sehr verletzlich. Woher soll aber denn die Sicherheit kommen, wenn nicht durch Erfahrungen, die uns bestärken, dass wir gut sind in dem was wir tun, so wie wir sind? Selbstliebe muss man lernen, sie wurde uns nicht in die Wiege gelegt. 

Mir übrigens auch nicht. Ich habe Zeit meines Lebens innere Kämpfe mit mir selbst ausgefochten. Ich war nie schlank genug, nie gut genug. Ich zweifelte an mir, an meinem Körper, an meinen Fähigkeiten. Die Meinung anderer bestimmte oft meine Entscheidungen. Ich wollte gefallen, akzeptiert werden, dazu gehören. Im Nachhinein weiß ich, dass ich dazugehörte, gefallen habe, akzeptiert wurde. 
Es gab Menschen, die blickten zu mir auf, aber ich sah sie nicht, ich sah immer nur jene, die auf mich herabschauten.
Doch je älter ich wurde, je mehr persönliche Erfolge ich verbuchen konnte, je mehr Ziele ich erreichte, desto selbstsicherer wurde ich und obwohl auch ich nicht vor Selbstzweifeln gefeit bin, so kann ich  mit reinem Gewissen behaupten, dass ich auf geringschätzige Kommentare anderer heutzutage nichts mehr gebe.

Es interessiert micht nicht, ob andere sich über meinen Werdegang und mein Zweitstudium auslassen, ob sie wieder meine Müdigkeit, meine überschüssigen Kilos, meine unaufgeräumte Wohnung, die Tatsache, dass unsere Tochter schon mit ein ein halb Jahren in die Kita ging oder gar diesen Blog zum Anlass ihrer Kritik nehmen. 

Ohne großspurig klingen zu wollen, aber ich zu viel erlebt und gesehen, um mich von dummen Gerede beeinflussen zu lassen. Wenn man die eigene Mutter am Sterbebett im Todeskampf begleitet und ein Kind unter widrigen Umständen zur Welt gebracht hat, dann erscheint einem das Geschwätz der Menschen nicht einmal eine Fußnote wert. 

Vielleicht, nein, ich hoffe es inständig, bedarf es nicht solch drastischer Erfahrungen, um sich selbst und sein Leben werstschätzen zu können, aber es bedarf auf alle Fälle Reflexion. Die Besinnung auf das, was wirklich wichtig ist, die müssen wir ganz alleine vollziehen.

Denn es wird sie immer geben, die Quärulanten und Neider, die nur darauf warten, dass man fällt. Aber warum sollten wir auf diese Menschen unsere Energie verschwenden?

Ich möchte ein gutes Leben führen, das ich mit meinem Gewissen vereinbaren kann. Bisher schäme ich mich nicht um meinen Lebensweg. Mein wichtigstes Bestreben ist meiner Tochter ein gutes Vorbild zu sein, keine perfekte Mutter, sondern eine, die das Herz am echten Fleck hat und auf die sie stolz sein kann. 

Leistung definiert sich nicht über Körper, Kilos, Alter, Schönheit, Aussehen, beruflichen Erfolg oder gar Geld. 

Der Erfolg unseres Lebens definiert sich über die Spuren, die wir bei anderen hinterlassen.

Alles Liebe 

Eure Anna



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