Veränderungen durch das Muttersein, auf die ich gerne verzichtet hätte

Freitag, Juli 21, 2017


Mutterglück, das Wort impliziert es bereits, löst Hochgefühle aus. Aber nicht nur. Der Alltag mit Kind und Kegel ist oft eine Herausforderung. Alle Mütter wissen das, dennoch überwiegen natürlich die schönen Momente, die lassen dann meist die weniger schönen einfach verblassen. Dennoch gibt es sie, unschöne Veränderungen, auf die ich wirklich gerne verzichtet hätte und vor denen mich keiner im Vorfeld gewarnt hat. Ich hätte es einfach gerne vorher gewusst, um mich psychisch darauf einstellen zu können. Leider musste ich diesen Weg ganz alleine gehen. 

Hier kommen meine Top 3 der unliebsamen Veränderungen, die mir die Mutterschaft beschert hat.


1.) Elefantenfüße aka love yourself

Jahaha, meine Füße haben durch die Schwangerschaft gelitten. Man las ja bereits im Vorfeld von Leidgeplagten, dass man in der Schwangerschaft eine Schuhgröße zulegen würde. Glücklich hat mich das nicht gestimmt, aber nun gut, ich habe es notgedrungen billigend in Kauf genommen. Wassereinlagerungen hatte ich während der Schwangerschaft nicht und dennoch verlangten meine bereits nicht sehr kleinen Füße plötzlich statt einer 40 nach einer 41. 
Was will man machen, mittlerweile findet man ja genügend Auswahl in gut sortierten Fachgeschäften.

Nach der Entbindung blieb mir die neue Schuhgröße treu. Ihr gefiel es bei mir sogar so gut, dass sie sich nicht nur in die Länge, sondern auch in die Breite verlagerte. Meine Füße haben sich im wahrsten Sinne des Wortes einfach breit gemacht. Das finde ich furchtbar schlimm, weil mir einfach nicht mehr sehr viele Schuhe passen. Früher waren Highheels mein beliebtestes Schuhwerk, mit ihnen habe ich bereits Ruinen in der Adria erklommen...Heute kaum vorstellbar. 

Meine breiten Füße regen mich auf.  Sie sind zwar noch ansehnlich, aber moppelig. Gibt's das überhaupt? Wie nennt man das heutzutage?? Curvy? Diese Euphemismen... Wahrscheinlich passen sich meine Füße einfach nur dem Rest des Körpers an...



2.) Stimmungsschwankungen aka Fight

Bekannt aus der Schwangerschaft, ein alter Hut, bedingt durch das Hormonchaos. Leider blieben auch diese gerne hier wohnen, es hat Ihnen bei mir wohl ganz gut gefallen. Meine Nerven gehen manchmal mit mir durch. 
Das Kind malt die Ledercouch an, verteilt den Joghurt großzügig über Tische und Stühle, zerruft den Hygienartikelvorratsschrank...es treibt mich in den Wahnsinn. Ich könnte mutieren zum Hulk. 

Aber die Waffen eines Kindes setzen mich außer Gefecht. Ganz schnell und leise, ziemlich heimtückisch, wie ich finde: Meine Hulk-Mutation ist im vollen Gange, da entwaffnet mich das Kind sekundenschnell: 
Es lächelt. 
Oder flötet Liebesbekundungen.
Oder umarmt mich.
Oder (noch schlimmer, die absolute Nuklearwaffe, um Mütter zu bekämpfen):
Es weint. 

Herzzerreisend. 

Sofort schlägt meine Wut um in Empathie, in Verständnis, in ein schlechtes Gewissen (fragt sich, warum ich ein schlechtes Gewissen bekomme?!?), grenzenlose Mutterliebe eben... Schnulz lass nach. Ja, aber so ist es einfach. Mama mutiert zum Softie. Verweichlichung deluxe. Oder nennt man das gespaltene Persönlichkeit? Man weiß es nicht.


3.) Heimlichkeiten aka Eat

Mein Naturell hasst Lügen, Ausflüchte und Unwahrheiten. Aufrichtigkeit ist meinen Augen ein der Grundpfeiler gelungener zwischenmenschlicher Beziehungen. Seit ich Mutter bin, vernachlässige ich diesen mir sehr wichtigen Aspekt recht großzügig in regelmäßigen Abständen. 
Vieles muss ich unterdrücken oder heimlich tun, um kein schlechtes Vorbild zu sein. 

Das Drama fing an als das Kind vom Brei zur normalen Nahrung überging. Es kam in Berührung mit all den bösen Lebensmitteln, die man doch in der Breiphase so sehr vermieden hatte: ZUCKER!

Ein Mal probiert, auf ewig verfallen. Nun kann ich nicht mehr meine Süßigkeitenorgien feiern, die mir früher über so manche Krise hinweggeholfen haben, weil das Kind dann auch danach verlangt. 

Esse ich einen Keks oder Schokolade oder egal was, und das Kind erwischt mich dabei, dann verlangt es ebenfalls danach. "ICH AUCH", ruftes energisch. Es ihm zu verweigern bringt nichts. Das löst nur wieder einen Zweiten Weltkrieg aus. 
Wäre ja auch unfair, wenn wir ehrlich sind: Mutti mampft genüsslich Leckereien, Kind bekommt großzügig einen Apfelschnitz angeboten. Ihr merkt selbst, so ganz fair ist das nicht und funktioniert auch nicht (extra für euch getestet ;-).

Um also zu vermeiden, dass das Kind die selben schlechten Gewohnheiten wie man selbst entwickelt, esse ich heimlich. Dazu muss ich mich bekennen. Wenn es gerade abgelenkt ist, schleiche ich mich in die Vorratskammer und genieße mein Date mit meinem Keks in der Hoffnung nicht in Flagranti erwischt zu werden. Alles schon passiert: Tür geht auf: Kind streckt den Kopf rein und ruft: "Mama, was machst Du da?". "Putzen", rufe ich in meiner Not. Die Lüge ist so offensichtich, dass sogar das Kind lachen muss. Und ich dann schließlich auch.... aus Verzweiflung.




Kennt ihr das auch? Gibt es auch bei euch Veränderungen in eurem Alltag, auf die ihr gerne verzichtet hättet? 


Alles Liebe

Eure Anna

Kommentare:

  1. Huhu! :)
    Das mit den Schuhen ging mir Gott sei Dank gar nicht so. Ich habe sogar das Gefühl, dass ich meine Füße "abgelatscht" habe. Vor der Schwangerschaft hatte ich eine Schuhgröße von 40/41 und jetzt zieh ich manchmal Schuhe in der 40 an und die sind mir zu groß...

    Die Stimmungsschwankungen sind mir auch bekannt. Abends fehlt mir oft einfach der Nerv für ein Drama.

    Und Rini ist auch wieder ganz einfach was Süßigkeiten angeht. Mal paar Kekse und Gummibärchen, aber lieber die Süße aus Früchten. Wenn ich ihr Spinat oder Schoki hinstelle, wird sie immer lieber den Spinat essen :D Eh merkwürdig... Brei gab es ja bei uns nie, dafür gedünstetes Gemüse. Vielleicht mag sie deswegen Gemüse am liebsten? Dauerrenner: Spinat und Brokkoli!

    Aber ich hätte wirklich gern meine Ausgeglichenheit wieder. Meist ärgere ich mich danach selbst so sehr über mich, dass ich nicht ruhig bleiben konnte.

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    1. Oh, da beneide ich dich aber in allen Punkten! Um deine schlanken Füße und dafür dass deine Kleine so gerne Gemüse ist. Meine Suckt mir das alles wieder auf den Teller, das ist zum verzweifeln :-(. Naja, vielleicht wird das ja noch (mit demGemüse und den Füßen ;-)). Ich glaube ehrlich, die näcshtne 18 Jahre gibts da nichts zu lachen ;-) :-) ;-).

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    2. Schlank waren meine Füße nie! :D Aber sie sind zumindest nicht breiter und größer geworden ;)

      Vielleicht wird es ja nun beim zweiten Kind komplett anders - wer weiß :)

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    3. :-) Ich bin gespannt auf deine Erfahrungen und wünsche Dir natürlich, dass es alles einfacher ist, weil mehr Routine da :-)

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